Die Verfahren zur Herstellung der sogenannten Biologika (Biologicals) gehören zu den wichtigsten medizinischen Innovationen des 21. Jahrhunderts.

Biologika können bei schweren Erkrankungen wie bei einigen Krebsarten, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (zum Beispiel Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Infektionserkrankungen (zum Beispiel Hepatitis) und Autoimmunerkrankungen (zum Beispiel rheumatoider Arthritis, Psoriasis) zum Einsatz kommen.

Dabei wirken Biologika im Vergleich mit früheren chemisch hergestellten Medikamenten schneller, oft auch bei Patienten, die auf die üblichen Therapien nicht reagieren. Im Idealfall kommt es zu einem Stillstand der Erkrankung, vor allem bei mittelschweren bis schweren Verläufen.

Gezieltes Eingreifen in das biologische Geschehen

Doch, wie funktionieren Biologika? Biologika sind gentechnisch hergestellte Eiweisse, die aus lebenden Zellkulturen gewonnen werden und körpereigenen Substanzen sehr ähnlich sind. Sie greifen in das immunologische Geschehen im Körper ein, indem sie vor allem Entzündungsvorgänge blockieren.

Dabei handelt es sich meist um sogenannte «monoklonale Antikörper». Diese sind den körpereigenen Antikörpern gentechnisch nachempfundene Wirkstoffe, die aus einem Zellklon entstanden sind.

Da Biologika im Magen-Darm-Trakt zerstört werden, können sie nicht in Tablettenform eingenommen werden. Aus diesem Grund werden sie als Infusion direkt in die Vene oder als subkutane Injektion («Spritze unter die Haut») ins Unterhautgewebe verabreicht.

Die subkutane Injektion kann vom Patienten selbstständig durchgeführt werden.

Eine Therapie mit Biologika ist in den meisten Fällen sehr gut verträglich. Als wichtigste Nebenwirkung kann es zum vermehrten Auftreten von Infektionen wie beispielsweise Hautinfektionen, Harnwegsinfektionen oder Lungenentzündungen kommen.

Die ersten originären Biologika haben in Europa und auch in der Schweiz ihr Patent bereits verloren. Nachfolgepräparate, sogenannte Biosimilars, konnten somit auf den Markt kommen. In den kommenden Jahren werden zahlreiche originäre Biologika ihr Patentschutz verlieren, womit der Weg für weitere Biosimilars frei wird.