Die Biotechnologie ist aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken und der Anteil an Medikamenten, die biotechnologischen Ursprungs sind, wächst stetig. Man weiss heute immer genauer, welche molekularen Vorgänge im Körper vor sich gehen und kann diese mit gezielten Mitteln beeinflussen.

So greifen Biologika gezielt und direkt in das biologische Geschehen, also in das überreagierende Immungeschehen, ein. Dies führt dazu, dass das weitere Fortschreiten und die Ausbreitung von krankhaften Vorgängen im Körper verhindert oder gemindert werden.

Wegen der aufwändigen Forschung und Herstellung sind Biologika in der Regel eher teure Medikamente. Umso grösser ist deshalb das Interesse an sogenannten Biosimilars, den Nachahmerpräparaten von Biologika.

Das Einsparpotenzial durch Biosimilars in Europa wird laut der European Society for Medical Oncology auf 20 bis 40 Prozent geschätzt, was bedeutet, dass bis 2020 Einsparungen von 50 bis 100 Milliarden Euro möglich wären.

Das Bewusstsein für Biosimilars muss gefördert werden

Biosimilars sind schon seit mehreren Jahren im Bereich der Stimulation der Produktion von Blutzellen zugelassen und kommen heute zudem bei zahlreichen chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie z.B. rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthritis, Psoriasis sowie bei den beiden chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zum Einsatz.

Bis zum Jahr 2020 werden etwa 80 Prozent der Biologika ihren Patentschutz verlieren. Das bedeutet, es werden in nächster Zeit mehr und mehr Biosimilars auf den Markt kommen. Auch in der Krebstherapie.

Erstes Biosimilar für Krebstherapie

Biologika sind auch ein wichtiger Bestandteil in der Krebstherapie und zeigen bei einigen Krebserkrankungen gute Erfolge. Laut Ärztezeitung hat die EU Kommission Anfang Jahr ein Biosimilar für den Europäischen Markt zugelassen, welches bei der Therapie des grosszelligen B-Zell_Lymphoms, des Follikulären Lymphoms und der chonischen lymphatischen Leukämie eingesetzt werden kann.

Seit Februar dieses Jahres ist nun das erste Biosimilar zur Therapie des grosszelligen B-Zell-Lymphoms, des Follikulären Lymphoms und der chronischen lymphatischen Leukämie auf dem Markt.

Weitere Biosimilars für onkologische Behandlungen werden in naher Zukunft erwartet. Damit bietet sich  auch im Bereich der Onkologietherapie die Möglichkeit, Einsparungen zu machen und andererseits sicherzustellen, dass Patienten weltweit Zugang zu hochwertigen und effektiven Therapien haben.