Bei gesundheitlichen Beschwerden haben Betroffene verschiedene Optionen: Einige wenden sich gleich an den Notfall, andere suchen ihren Hausarzt oder eine Apotheke auf. In welchen Fällen wäre eine Drogerie wie Ihre Drogerie Süess in Wädenswil ein geeigneter Ansprechpartner?

Grundsätzlich bei allen banalen Erkrankungen – wie etwa einer Erkältung mit Halsweh, Schnupfen und Husten, bei Schmerzzuständen, Muskel- und Gelenkproblemen, Magen-Darm-Beschwerden, Wundversorgung etc.

Neben den traditionellen schulmedizinischen Wirkstoffen respektive Medikamenten findet man in der modernen Drogerie vor allem auch ein grosses Sortiment an komplementärmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten.

Was bedeutet das zum Beispiel bei jemandem, der mit Schluck- oder Halsweh eine Drogerie aufsucht?

Wir empfehlen in der Regel nicht nur symptombehandelnde respektive desinfizierende und schmerzstillende Medikamente, sondern zeigen dem Kunden auch auf, wie er durch Stimulierung der körpereigenen Abwehr möglichst schnell den Infekt loswerden kann.

Dies kann je nachdem phytotherapeutisch, homöopathisch, spagyrisch, isopathisch, anthroposophisch, gemmotherapeutisch oder auch orthomolekular bewerkstelligt werden. 

Wo liegt eigentlich der grundlegende Unterschied zwischen einer Apotheke und einer Drogerie?

In der Tat ist das für den Konsumenten nicht immer klar, zumal in den letzten Jahren die Zahl der Mischbetriebe zugenommen hat. Die Drogerie darf keine rezeptpflichtigen Wirkstoffe/Medikamente abgeben. Eine Apotheke hat eine höhere Kompetenz im Bereich der schulmedizinischen Wirkstoffe.

Drogerien sind meistens im Bezug auf das komplementärmedizinische Sortiment besser aufgestellt. Zudem haben Drogerien sehr oft auch ein breiteres Sortiment im Bereich Kosmetik, Naturkosmetik und Ernährung. Kurz gesagt: die Drogerie ist das Fachgeschäft für Gesundheit und Schönheit. In die Drogerie geht man eher, um gesund zu bleiben. In die Apotheke geht man eher, wenn man schon krank ist!

Der Gesetzgeber hat im Rahmen der Heilmittelgesetzrevision entschieden, die Kompetenzen der abgabeberechtigten Personen besser auszuschöpfen. In diesem Kontext wird die Abgabekategorie C aufgehoben. Was bedeutet das für Drogerien?

Es gibt Kantone wie Solothurn, Appenzell, Glarus oder teilweise auch Schwyz, wo Drogerien seit Jahren Arzneimittel der Liste C bereits abgeben dürfen. Anfang 2019 wird dies nun in der ganzen Schweiz möglich werden.

Die Konsequenz wird sein, dass die Drogerie noch einige weitere Wirkstoffe und Medikamente erhalten wird und dadurch noch besser und breiter agieren kann. Ziel des Gesetzgebers ist, die bessere Zugänglichkeit von Arzneimitteln zu gewährleisten, dies auch immer mit dem Fokus auf Fachberatung.

Auch die Triage-Funktion sollte gestärkt werden, mit dem Ziel, unnötige Arztbesuche zu vermeiden und dadurch auch die von Jahr zu Jahr steigenden Gesundheitskosten einzudämmen. Ich erwarte, dass diese Ausweitung einen Schub in der Branche geben wird und die Drogerie dadurch gestärkt wird.

Stellen Drogerien auch individuelle, auf die spezifischen Bedürfnisse ausgerichtete Produkte wie etwa Salben her?

In der Tat stellen ich und viele meiner Kolleginnen und Kollegen eigene Hausspezialitäten her. Seien es Tee-, Spagyrik- oder Tinkturenmischungen bis hin zu komplexen Salben, Gels, Pulvermischungen oder Sorten von Hustensirup.

Kreativ sein macht Spass, und die Identifikation mit den Produkten ist dadurch auch viel grösser. Das Beste neben der Individualität ist, dass die Zubereitungen sehr wirksam sind!

Eine optimale Beratung setzt eine gute Aus- und wohl auch Weiterbildung voraus. Was tut sich diesbezüglich in der «Drogistenszene»?

Selbstverständlich ist eine gute Aus-, Fort- und Weiterbildung die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Berufsstand. Auf Stufe Grundausbildung – Drogist/-in EFZ (vierjährige Lehre) – sind wir gut aufgestellt. Und ich kann sagen, dass wir immer alle Lehrstellen besetzen können.

Die Lernziele sind klar definiert und werden auch periodisch im Rahmen der Bildungsverordnung angepasst. Bedingt durch den Rückgang der Drogeriestandorte, ist es in Städten oder Gemeinden, wo das Drogerienetz Lücken aufweist, leider zu einer Erosion gekommen. Da und dort hat der Drogistenberuf auch etwas an Bedeutung verloren.

Weitere Infos:

Schweizerischer Drogistenverband
Nidaugasse 15
2502 Biel
T +41 32 328 50 30
F +41 32 328 50 31
www.drogistenverband.ch