Etwa jeder sechste Einwohner in der Schweiz leidet unter chronischen Schmerzen. Patienten mit chronischen Schmerzen haben in der Regel schon unterschiedliche Ärzte aufgesucht und meist mehrere Therapieversuche hinter sich.

Oft führen diese Versuche aber nur zu einer weiteren Chronifizierung, da sie der Komplexität der Erkrankung nicht genügend Rechnung tragen.


Akute Schmerzen haben immer eine Warnfunktion. Dabei werden sogenannte Rezeptoren aktiviert.
 

Es handelt es sich um Nervenenden, die wie Sensoren funktionieren. Sie leiten Informationen über zahlreiche Schaltstellen via Rückenmark ans Gehirn weiter. Dort findet dann eine komplexe Verarbeitung dieser Informationen statt. Betroffene realisieren meist sofort, wo der Schmerz lokalisiert ist und wie stark er auftritt.

Gleichzeitig empfinden die Patienten eine bestimmte Schmerzqualität: Der Schmerz kann ziehend, brennend, pochend oder stechend sein.

Schmerz ist komplex

Chronische Schmerzen sind sehr komplex und oft mit zahlreichen unterschiedlichen Faktoren verbunden. Das können frühere Erfahrungen mit Schmerzen sein, Verletzungen, erbliche Vorbelastungen, andauernder Stress oder Traumatisierungen. Körperliche Erkrankungen können zu chronischen Schmerzen ebenso beitragen wie ein belastendes Arbeitsklima. Vielen von uns ist die Komplexität des Schmerzes nicht bewusst.

Er wird häufig als Symptom einer einzigen akuten Erkrankung betrachtet. Die Patienten werden über einen längeren Zeitraum von einem Spezialisten an den andern verwiesen. Dem Zusammenspiel der unterschiedlichen Faktoren, die zu den Schmerzen führen, wird dabei vielfach nicht Rechnung getragen.

Interdisziplinäres Vorgehen

In unserem Gesundheitswesen gibt es für alle Bereiche Fachexpertinnen und Fachexperten. Wenn wir nun davon ausgehen, dass sich Schmerz sehr vielfältig manifestieren kann und gleichzeitig realisieren, dass keine Fachperson alle Faktoren gleich gut abdecken kann, ist der Schluss naheliegend, dass das Zusammenspiel der einzelnen Spezialgebiete von zentraler Bedeutung ist.

Je rascher bei akuten Schmerzen die richtige Behandlung eingeleitet wird, umso geringer ist das Risiko, dass es zu einem chronischen Verlauf kommt. Chronisch bedeutet in der Regel mehr körperliches und seelisches Leiden für die Betroffenen, höhere Gesundheitskosten und auch volkswirtschaftliche Konsequenzen bei Arbeitsausfall oder allfälliger Invalidisierung.

Beschwerden effektiv bekämpfen

Stichwort Kopfschmerzen: Bei den meisten Menschen, die davon hin und wieder betroffen sind, helfen einfache Massnahmen wie genügend zu trinken. Wer allerdings häufiger unter Kopfschmerzen oder Migräneattacken leidet, sollte seine Beschwerden effektiver bekämpfen.

Erfolg versprechend ist hier zum Beispiel eine begleitende Physiotherapie. Je nach Kopfschmerz-Typ kommen unterschiedliche physiotherapeutische Ansätze zur Anwendung, so etwa eine gezielte manuelle Entspannung der Nackenmuskulatur.

Daneben können auch das Erlernen von Kräftigungsübungen und Entspannungstechniken sowie ergonomische Massnahmen bis hin zur Zusammenarbeit mit einem Optiker betreffend einer geeigneten Brille helfen.

Mit einem akuten Schmerz signalisiert uns unser Körper, dass etwas nicht stimmt. Verselbstständigt sich der Schmerz und dauert über lange Zeit an, kann er seinen Warncharakter jedoch verlieren und sich zu einer eigenständigen Erkrankung entwickeln, dem chronischen Schmerz.

Bevor es überhaupt so weit kommt, sollte man vorher die geeigneten Massnahmen ergreifen.

Haben Sie Schmerzen?

In der Schweiz leben 1.6 Mio Menschen mit chronischen Schmerzen.
Diese Schmerzen sind heilbar. Erfahren Sie hier mehr.