Sexualität und sexuelle Lust sind zentrale Aspekte des Menschseins. Angenehme sexuelle Empfindungen zu haben, trägt wesentlich zum Glück jeder einzelnen Person bei.
 

Bildung und Information sind entscheidend

Um Sexualität lustvoll, aber auch selbstbestimmt leben zu können, ist der Zugang zu altersgerechtem Wissen und Information für alle Personen entscheidend. Das besagt eines der zehn sexuellen Rechte. Es handelt sich dabei um von den Menschenrechten auf den Bereich Sexualität abgeleitete Rechte.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO[2] definiert sexuelle Gesundheit als einen Zustand physischen, emotionalen, geistigen und sozialen Wohlbefindens mit Bezu g auf die Sexualität

Diese umfassen verschiedenste Themen, wie das Recht auf Gleichstellung, das Recht auf Schutz vor Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Sexualität, Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung, das Recht auf Selbstbestimmung, das Recht auf Partizipation und das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Gesundheit (1).

Die Weltgesundheitsorganisation WHO (2) definiert sexuelle Gesundheit als einen Zustand physischen, emotionalen, geistigen und sozialen Wohlbefindens mit Bezug auf die Sexualität. Es bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, Funktionsstörungen oder Gebrechen.

Sexuelle Gesundheit setzt einen positiven und respektvollen Zugang zu Sexualität und sexuellen Beziehungen voraus, wie auch die Möglichkeit, genussvolle und risikoarme sexuelle Erfahrungen zu machen, frei von Zwang, Diskriminierung, Gewalt und Gesundheitsrisiken.
 

Sexuelle Gesundheit

Sexuell gesund zu sein und Rechte zu haben, ist aber nicht nur durch guten Willen und verständnisvolle Mitmenschen erreichbar. Es braucht auch eine adäquate Gesundheitsversorgung, die Mittel der Prävention und der medizinischen Versorgung, für alle zugängliche objektive und vollständige Informationen und eine Politik, die bereit ist, Menschen auch als sexuelle Wesen zu erkennen.

Sexuelle Gesundheit lässt sich nur erlangen und erhalten, wenn die sexuellen Rechte aller Menschen geachtet, geschützt und erfüllt werden.

Bereits das Aktionsprogramm von Kairo, das 1994 an der UNO-Konferenz zu Bevölkerung und Entwicklung von 179 Regierungen, darunter der Schweiz, verabschiedet wurde, geht von einer entsprechenden Definition zu sexueller und reproduktiver Gesundheit aus (3).

Lust und Sexualität sind also einerseits sehr persönlich und intim, aber sie sind andererseits Teil der Gesellschaft und der Politik eines jeden Staates. Deshalb ist es als Individuum wichtig, seine Rechte zu kennen und informiert zu sein. Auch das kann durchaus lustvoll sein, wie diese Spezialausgabe zeigt.

 

1. International Planned Parenthood Federation (IPPF): Sexual Rights: an IPPF declaration, London 2008

2. WHO, Developing Sexual Health Programmes – A Framework for Action, Geneva 2010 / WHO2006a

3. Programme of Action adopted at the International Conference on Population and Development (ICPD) in Cairo, 1994, paras. 7.2, 7.3