Impfungen sind das wirksamste Mittel, um vor allem auch Kinder gegen Krankheiten zu schützen», betont Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Dazu gehören unter anderen Diphtherie, Starrkrampf, Keuchhusten und Hirnhautentzündung, aber auch Masern, Mumps und Röteln. Impfungen sind vorbeugende Massnahmen, die verschiedene Infektionskrankheiten verhindern können. Bei der Impfung imitiert der Körper eine natürliche Infektion. Impfreaktionen verlaufen in der Regel harmlos und meist frei von den Symptomen und Komplikationen der entsprechenden Krankheit. «Alle Impfungen wurden bereits bei Millionen von Kindern mit grossem Erfolg angewendet», führt Koch zur Beruhigung besorgter Eltern an. Zwar sei keine Impfung ganz ohne Risiko, die Gefahren seien aber um ein Vielfaches geringer als bei einer Erkrankung. Impfungen würden nicht nur das eigene Kind schützen, sondern indirekt auch Neugeborene, andere Kinder, Schwangere und erwachsene Personen.

Bessere Aufklärung
Welche Impfungen zu welchem Zeitpunkt sinnvoll sind, fragt man am besten den Hausarzt oder den Kinderarzt. Wer sich ausführlich über das Thema Impfungen informieren möchte, kann die Website des Bundesamts für Gesundheit besuchen. Dort finden sich alle wichtigen Informationen zum aktuellen Impfplan. Obwohl das BAG seit Jahren ausführlich zum Thema Impfen Stellung nimmt, konstatiert Daniel Koch, dass vielerorts noch Verunsicherung herrscht. Das habe, sagt er, wohl damit zu tun, dass heute vieles kritisch hinterfragt werde. Gleichzeitig stellt er fest, dass dank besserer Aufklärung die Impfraten in den vergangenen Jahren zugenommen haben. «Breite Bevölkerungskreise haben erkannt, dass dank einer Impfung gefährliche Auswirkungen von Infektionskrankheiten verhindert werden können.» Während einerseits laufend neue und bessere Impfstoffe entwickelt würden, nähme anderseits dank erfolgreicher Impfkampagnen die Angst vor Krankheiten ab, die mit einer Impfung verhindert werden können – wie aktuell gegen Masern. Das dürfe aber nicht dazu führen, dass Impfungen künftig vernachlässigt werden.

“Impfen ist und bleibt ein persönlicher Entscheid jedes einzelnen.”

Umfassende Prüfung
Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich. Wie bei allen Medikamenten können jedoch auch hier Nebenwirkungen auftreten. Die meisten Nebenwirkungen wie etwa eine Schwellung, Rötung oder Verhärtung an der Einstichstelle sind aber vorübergehend und verschwinden innerhalb weniger Tage wieder. Falls gravierende Nebenwirkungen festgestellt werden, besteht von Gesetzes wegen die Verpflichtung, diese den Behörden unverzüglich zu melden. Sobald eine neue Impfung erhältlich ist, unterzieht die Eidgenössische Kommission für Impffragen den Impfstoff einer umfassenden Prüfung. Aufgrund von festgelegten Kriterien wie zum Beispiel Schwere der Krankheit oder Sicherheit der Impfung wird entschieden, ob die Impfung in den Impfplan aufgenommen wird. Dank der guten Impfquote in der Schweiz sind viele Infektionskrankheiten unterdessen stark zurückgegangen und zum Teil vollständig verschwunden. Impfungen, so Koch, seien aber nicht nur eine persönliche Massnahme, um sich und seine Kinder vor ansteckenden Krankheiten zu schützen, sondern auch ein «Akt der Solidarität» im Kampf gegen Krankheiten und Epidemien. «Nicht geimpfte Personen bringen jene Menschen in Gefahr, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, wie zum Beispiel Säuglinge, Schwangere oder Menschen mit einer Immunschwäche.»