«Ich habe nur noch funktioniert», berichten Burn-out-Betroffene häufig. Oft werden in der Abwehr des drohenden Zusammenbruchs bestimmte, meist ungünstige Strategien der Stress-Bewältigung entwickelt, wie Kompensation über Essen mit abendlichen oder nächtlichen opulenten Mahlzeiten – oder im Gegenteil eine Mangelernährung.

Frühsymptome sind Müdigkeit und Lustlosigkeit. Die vormalige Begeisterung und Motivation schlagen zunehmend in Zynismus und Aversion um.

Sport wird exzessiv oder gar nicht mehr betrieben. «Viele fliehen ins Internet oder scheinbar grenzenlos vorhandene soziale Kontakte, während reale Beziehungen als zu anstrengend erlebt und nicht mehr gepflegt werden», erläutert Dr. med. Hildburg Porschke.

Für die Betroffenen stellt sich der Beginn eines Burn-outs häufig als überraschende Dekompensation dar, während das Umfeld die Burn-out-Entwicklung meist schon Monate früher wahrnimmt.

«Frühsymptome sind Müdigkeit und Lustlosigkeit. Die vormalige Begeisterung und Motivation schlagen zunehmend in Zynismus und Aversion um. Es kommt zu Reizbarkeit und dem Rückzug aus dem beruflichen und privaten Umfeld. Schlafstörungen verstärken Tagesmüdigkeit und Erschöpfung», listet Porschke auf.

Die körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit nimmt ab, was zuerst durch verstärktes Engagement überspielt werden kann. «Dies mündet jedoch in eine Negativspirale von Anstrengung und Selbstüberforderung mit dem Ergebnis von wachsender Erschöpfung, Leistungsminderung, Versagensängsten oder Schuldgefühlen bis zu vielfältigen körperlichen Beschwerden und schliesslich einer depressiven Verstimmung bis hin zur Gefahr des Suizids», warnt Porschke.

Allenfalls stationär behandeln

Die Therapie kann im ambulanten Setting durch eine Psychotherapie und flankierend allenfalls durch eine psychopharmakologische Behandlung von Schlafstörungen, depressiven Symptomen und Angstsymptomen erfolgen.

«Falls die initiale Dekompensation zu krisenhaft ist oder die ambulante Therapie nicht ausreichend erscheint, bieten sich eine stationäre psychosomatische oder psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung an, aber auch körperzentrierte Therapien, Sport-, Bewegungs- und Kreativtherapien sowie Entspannungsübungen», rät Porschke.

Diese Behandlung dauert in der Regel rund sechs Wochen. Anschliessend muss die ambulante Psychotherapie fortgesetzt werden und die stufenweise berufliche Integration begleiten.

Wie kann man Prävention schaffen?

Die wichtigsten Faktoren, die heute bekannt sind und eine gute Stressverarbeitung erlauben, sind sowohl bestimmte Persönlichkeitsfaktoren wie auch Verhaltensweisen, wie zum Beispiel leichter Ausdauersport oder Entspannungsübungen.

Ein wichtiger Schutzfaktor sei ein stabiles positives Selbstwertgefühl, sagt Porschke. «Mit einer der wichtigsten Faktoren ist jedoch die Unterstützung durch das soziale Umfeld, also gute soziale Kontakte und eine gute eigene soziale Kompetenz, die Integration in ein Team, Fairness und Toleranz, die Fähigkeit zusammenzuarbeiten und sich bei Bedarf Hilfe holen zu können.»