«Zuerst möchte ich betonen, dass man unbedingt die verschiedenen Diabetestypen unterscheiden muss. Gegen einen Typ-1-Diabetes kann man präventiv nichts tun! Anders der Diabetes Typ 2 – hier gibt es eine Vielzahl präventiver Massnahmen», sagt Endokrinologe und Diabetologe Dr. Philipp Gerber. Etwa 80 bis 90 Prozent der Menschen mit Diabetes erkranken an Typ-2-Diabetes. Diese Form wurde früher auch als Altersdiabetes bezeichnet, weil vor allem Menschen in höherem Lebensalter daran erkranken.

Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung, die Wert auf Frischprodukte legt, mit ausreichend Gemüse und Obst

«Leider sehen wir immer häufiger jüngere Menschen mit einem Typ-2-Diabetes. Dieser tritt heute sogar schon bei Teenagern auf», so Gerber.  Die Ursachen sind Übergewicht, Bewegungsmangel und ein ungesunder Lebensstil. «Bewegungsmangel und Fehlernährung werden auch immer mehr bei Kindern und Jugendlichen beobachtet. Was wir in der Kindheit und Jugend lernen, prägt sich uns ein. Deshalb muss unbedingt schon bei Kindern und Jugendlichen Prävention betrieben werden», betont Philipp Gerber.

Gene spielen eine grosse Rolle

Da die Gene eine entscheidende Rolle beim Diabetes Typ 2 spielen, ist diese Diabetesform nicht vollständig durch präventive Massnahmen regulierbar. Laut Gerber gibt es deshalb auch Menschen, die trotz ausgewogenem Lebensstil an einem Diabetes erkranken. «Andere wiederum mit diversen Risikofaktoren bleiben verschont.» Die Gene lassen sich nicht beeinflussen, die Lebensgewohnheiten jedoch umso mehr.

Lebensstil ändern

Wer der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes vorbeugen will, sollte auf sein Gewicht achten beziehungsweise Übergewicht abbauen. Das gelingt mit einer ausgewogenen Ernährung. «Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung, die Wert auf Frischprodukte legt, mit ausreichend Gemüse und Obst», so Gerber.  Industriell hergestellte Produkte mit hohem Kaloriengehalt, vor allem in Form von Kohlenhydraten, wozu auch der Zucker gehört, und Fett hingegen sollten deutlich reduziert werden.

«Wobei ich die Betonung auf reduziert lege. Denn ein komplettes Verbot von Lebensmitteln bringt meist nicht den gewünschten Erfolg», weiss der Diabetologe. Vielmehr sollte man lernen, durch was ungesunde Lebensmittel ersetzt werden können und wo sich Kalorienfallen verstecken. Regelmässige Bewegung ist bei der Prävention von Diabetes ebenfalls das A und O.  Schon 30 Minuten körperliche Aktivität pro Tag – von Spaziergängen bis Gartenarbeit – wirken sich positiv aus. «Zudem sollte man auch Blutdruck und Blutfettwerte im Auge behalten.

Denn Typ-2-Diabetes entwickelt sich fast immer im Zuge eines metabolischen Syndroms. Das ist ein Symptomkomplex aus Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck und einem gestörten Zuckerstoffwechsel», erklärt Dr. Philipp Gerber. Menschen mit einem erhöhten Diabetesrisiko (zum Beispiel gestörter Glukosetoleranz, Typ-2-Diabetes in der Familie, Übergewicht) sollten regelmässig ihren Blutzucker kontrollieren lassen!