Unter dem Sekunden- oder Mikroschlaf versteht man eine Müdigkeits-attacke, die zu spontanem Wegnicken führt. Dabei müssen nicht unbedingt die Augen zufallen. Es gibt auch Situationen, in denen der Sekundenschlaf bei offenen Augen eintritt, zum Beispiel während monotoner Tätigkeiten.

Tatsache aber ist, dass der Sekundenschlaf in erster Linie durch Müdigkeit und bestehende Schlafstörungen ausgelöst wird. Besonders anfällig ist man bei langen Autofahrten.

Höhere Risikobereitschaft

Fachleute gehen davon aus, dass der Sekundenschlaf eine spontane Reaktion des Körpers auf starke übermüdung ist. Besonders häufig tritt er nachts und in den frühen Morgenstunden auf.

Auch bei Erkrankungen wie der Schlafapnoe, bei der es im Schlaf zu Atemaussetzern kommt, kann tagsüber ein Sekundenschlaf eintreten – ebenso nach sehr langen Arbeitszeiten.

Die Ermüdung führt dazu, dass zuerst das Sehvermögen abnimmt, Informationen werden vom Gehirn zunehmend fehlerhaft verarbeitet, die Aufmerksamkeit lässt nach und die Reaktionszeiten werden länger. Oft steigt auch die Risikobereitschaft und es stellt sich eine zunehmende Reizbarkeit ein.

Ohne jede Vorwarnung

Zu den Risikogruppen zählen erfahrungsgemäss Autopendler und LKW-Fahrer, Beschäftigte mit langen Arbeitszeiten, Schichtarbeiter und junge Erwachsene, die nachts zu wenig schlafen, etwa nach einem Discobesuch.

Urlaubsfahrer, die zu wenig Pausen einlegen oder mitten in der Nacht losfahren, um den Staus auf den Autobahnen zu entgehen, sind ebenso betroffen wie Menschen mit verstärkter Schläfrigkeit aufgrund von chronischen Schlafstörungen. Ob und wann der Sekundenschlaf auftritt, ist nicht vorhersehbar. Das Heimtückische daran ist, dass er sich ohne jede Vorwarnung abrupt einstellt.

Dennoch gibt es einige Anzeichen, die darauf hindeuten, etwa schwere Augenlider, Augenbrennen oder ein plötzliches Aufschrecken. Beim Autofahren schleichen sich Fahrfehler wie häufiges Schalten, schlechtes Spurhalten und abruptes Bremsen ein. Es können auch Halluzinationen und optische Täuschungen auftreten.

Dann sollte man so rasch wie möglich eine Pause einlegen und sich bewegen. Noch sinnvoller ist aber, sich etwas Schlaf zu gönnen. Gegen den Sekundenschlaf gibt es grundsätzlich nur eine wirksame Massnahme: Man sollte sich stets ausgeruht ins Auto setzen und bei langen Fahrten regelmässig Pausen einschalten (Quelle: www.tcs-schwyz.ch).


Tödliche Unfälle

Das Bundesamt für Statistik gibt zwar an, dass in der Schweiz nur 1 bis 3 Prozent der Unfälle auf den Sekundenschlaf zurückzuführen ist. Hier sind aber jene Verunfallten nicht berücksichtigt, die eine Unaufmerksamkeit als Grund für den Unfall angeben. Wenn man wissenschaftliche Untersuchungen im Ausland beizieht, macht der Sekundenschlaf wahrscheinlich über 10 Prozent aller Unfälle und sogar 20 bis 30 Prozent der tödlichen Unfälle auf den Strassen aus.