Diabetes ist eine typische Zivilisationskrankheit und als solche weltweit auf dem Vormarsch. Seit 1980 hat sich die globale Anzahl Betroffener beinahe vervierfacht, sodass heute rund 415 Millionen Menschen direkt betroffen sind. Geht der aktuelle Trend so weiter, wird diese Zahl bis 2040 auf rund 642 Millionen ansteigen (Quelle: www.idf.org).

Auch in der Schweiz nimmt die Anzahl Neuerkrankungen an Diabetes zu – sowohl beim Typ 1 (absoluter Mangel an Insulin) als auch beim wesentlich häufigeren Typ 2 (verminderte Wirkung von Insulin, gut 90 Prozent aller Fälle) –, wenn auch nicht in diesem Tempo. Trotzdem hat in den letzten Jahren auch bei uns die Anzahl Diabetesbetroffener ein besorgniserregendes Ausmass angenommen.

«Verschiedene Studien zeigen, dass Sie Ihr Diabetes-Risiko mit einem gesunden Lebensstil bis um die Hälfte senken können»

Heute gehen wir in der Schweiz von rund 500'000 Menschen mit Diabetes aus. Oder anders ausgedrückt: Rund jeder 16. Schweizer oder jede 16. Schweizerin haben Diabetes. Damit ist Diabetes wahrlich zur sprichwörtlichen Volkskrankheit geworden.

Genaue verlässliche Zahlen aber gibt es dazu nicht. Wir müssen uns hier mit evidenzbasierten Schätzungen und Hochrechnungen begnügen. Die Gründe dafür sind mannigfach. Einerseits ist Diabetes keine meldepflichtige Krankheit, da nicht ansteckend. Es existiert daher auch kein zentrales, nationales Diabetes-Register. Andererseits geht man davon aus, dass rund die Hälfte aller Betroffenen (noch) gar nicht weiss, dass sie einen Diabetes hat.

Das mag überraschen, kommt jedoch daher, dass sich Diabetes – zumindest beim Typ 2 – meist langsam, schleichend und schmerzlos anbahnt. Wer sich bei gesundheitlichen Beschwerden routinemässig gegen einen Arztbesuch sträubt, kann unter Umständen jahrelang mit einem unkontrollierten Diabetes Typ 2 leben, ohne davon etwas mitzukriegen.

Das bedeutet dann dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte, was im Verlauf der Zeit zu irreparablen Gefäss- und Organschäden sowie Schädigungen am Herz-Kreislauf-System führen kann. Diese zu Recht gefürchteten Folgeschäden sind das wahre Problem der Krankheit. Wird der Diabetes jedoch frühzeitig erkannt und danach sorgfältig und umfassend behandelt, muss es nie zu diabetischen Folgeerkrankungen kommen.

Tatsächlich steht auch mit Diabetes einem genussvollen, erfüllten Leben ohne tief greifende Verzichte grundsätzlich nichts im Weg. Der entscheidende Punkt ist die Einstellung der Betroffenen den grundlegenden Bedürfnissen ihrer Krankheit gegenüber: eine gesunde Ernährung, regelmässige körperliche Aktivitäten und – falls nötig – gewissenhaftes Befolgen der Therapiemassnahmen sind dabei entscheidend. Werden diese sorgfältig berücksichtigt, gibt es nichts, wozu Diabetesbetroffene nicht fähig sind.

Um einen allfälligen Diabetes rechtzeitig zu erkennen, hilft es, sich seines persönlichen Risikos bewusst zu sein, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Ein Online-Risikotest kann Ihnen dabei helfen, dieses Risiko abzuschätzen. Wichtige Faktoren sind dabei Ihr Alter wie auch Ihre genetische Veranlagung.

Diese beiden Faktoren sind unveränderlich. Die restlichen Faktoren, welche Typ-2-Diabetes fördern, wie Übergewicht, Bewegungsmangel oder schlechte Essgewohnheiten, können Sie jedoch aktiv beeinflussen. Verschiedene Studien zeigen, dass Sie Ihr Diabetes-Risiko mit einem gesunden Lebensstil bis um die Hälfte senken können. Insbesondere wenn Familienmitglieder von Ihnen an Diabetes erkrankt sind, sollten Sie darauf achten, Ihr Gewicht zumindest zu halten.

Eine Zunahme Ihres Bauchumfangs erhöht Ihr Risiko, an Diabetes zu erkranken. Regelmässige sportliche Aktivität hingegen senkt das Diabetes-Risiko ebenso wie gesunde, ausgewogene Ernährung.