Tipps

  1. Gehen Sie regelmässig zur Vorsorge und lassen Sie Ihre Blutwerte überprüfen.
  2. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung. Essen Sie mehr frische Salate, Gemüse und Früchte.
  3. Nur zwei Hauptmahlzeiten vermeiden die Gewichtszunahme.
  4. Sorgen Sie für ausreichende Bewegung und Sport. Bereits kleine Strecken Laufen tut gut.
  5. Überprüfen Sie regelmässig Ihr Gewicht und vermeiden Sie so Übergewicht.

Das metabolische Syndrom, zu dem hauptsächlich vier gesundheitliche Risikofaktoren zählen, ist eine der grössten gesundheitlichen Bedrohungen in unserer Wohlstandsgesellschaft. Hierzu gehören starkes Übergewicht, schlechte Cholesterinwerte, Bluthochdruck und der Typ 2 Diabetes mellitus. Zusammen sind diese vier Einzelfaktoren mitverantwortlich für koronare Herzkrankheiten. Nicht ohne Grund ist daher häufig vom «tödlichen Quartett» die Rede.
Der Typ 2 Diabetes mellitus ist mit einem Anteil von 90 Prozent die häufigste Diabetesform, die vor allem durch Insulinmangel und ein reduziertes Ansprechen auf Insulin (Insulinresistenz) ausgelöst wird. Der Typ 1 hingegen ist eine autoimmune Erkrankung, welche die Insulin produzierenden Zellen zerstört. Darüber hinaus gibt es Diabetesformen, welche  genetische Ursachen haben.

Gesunde Lebensweise

Prof. Dr. med. Roger Lehmann, vom Universitätsspital in Zürich, macht vor allem unseren schlechten Lebensstil verantwortlich. «Viele Fastfood-Produkte führen nur kurzfristig zu einem Sättigungsgefühl, doch kommt der Hunger schnell zurück. Diese Reaktion auf «Heisshunger» ist absolut schädlich und fördert den Typ-2-Diabetes», erklärt Prof. Dr. Lehmann. Er empfiehlt vielmehr zwei Hauptmahlzeiten, bestehend aus möglichst natürlichen  Nahrungsmitteln und viel Gemüse und Obst. Vor allem viel Bewegung sei sehr wichtig, gerade bei Personen, die eine sitzende Tätigkeit ausüben. Dieses Bewusstsein für eine ausgewogene, regelmässige und gesunde Ernährung muss bereits im Kindesalter gezielt gefördert werden, betont Prof. Lehmann und fügt hinzu: «Es ist wichtig, dass Kinder sich schon früh für eine Sportart besonders begeistern, die ihnen wirklich Spass macht und die sie somit lange und regelmässig ausüben.»

Die unerkannte Krankheit

Prof. Lehmann hält zunächst eine regelmässige Vorsorge für sehr wichtig. Nur so kann man rechtzeitig therapieren. Einige Symptome sind häufiger Harndrang sowie ein starkes Durstgefühl. Hinzu kommen oft Schwäche, Leistungsmangel und sogar Sehstörungen. Auffallend, vor allem bei Frauen, sind Infektionen im Genitalbereich.
Nach einer eindeutigen Diagnose durch den Arzt gibt es unterschiedliche Formen der Behandlung, je nach Art des Diabetes.

Neue Therapielösungen

In ganz wenigen Fällen gibt es die Möglichkeit, insulinproduzierende Zellen zu transplantieren. Doch bestehen auch hier die üblichen Probleme, ausreichende und passende Spender zu finden. Beim Typ 2 testet die Forschung zudem verschiedene Medikamente, welche die Resistenz und Insulinausschüttung verbessern sollen. Auch durch Forschungen mit Stammzellen sowie durch Beta-Zell-Ersatz durch Schweinezellen erhofft man sich weitere Erfolge. Die beste Therapie bleibt noch  immer, sich von Anfang an für eine gesunde Ernährung und viel Bewegung zu entscheiden. Das macht Spass und schafft zusätzlich mehr Lebensqualität.