Durch regelmässigen Sport kann man Schmerzen verhindern und lindern. Davon ist Claude Ammann, Präsident des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter Verbandes SFGV, überzeugt.

Wie bewegt sich die Schweizer Bevölkerung heute?

Wir bewegen uns allgemein immer weniger. Die Pfahlbauer legten pro Tag rund 21 Kilometer zurück, heute sind es gemäss neusten Studien aus den USA noch ein bis eineinhalb Kilometer. Das wird früher oder später problematisch, vor allem da sich unser Körper und seine Stoffwechselvorgänge eigentlich noch immer in der Steinzeit befinden.

Hilft regelmässiger Sport in der Prävention von Schmerzen und in der Schmerzlinderung?

Ein Grossteil der sogenannten nichtübertragbaren Zivilisationskrankheiten wird durch einen Bewegungsmangel oder dessen Folgeerscheinungen ausgelöst: Übergewicht, Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Diabetes zwei oder das metabolische Syndrom sind nur einige Beispiele davon. Selbstverständlich kann Sport auch zur Schmerzlinderung beitragen, doch das ist meistens mit einem hohen Aufwand verbunden.

Bei welchen Schmerzen wirkt regelmässiger Sport besonders positiv?

Es muss nicht unbedingt Sport sein, der positiv beeinflusst. Mit einem gezielten sowie richtig dosierten und instruierten Bewegungsprogramm lässt sich präventiv am meisten erreichen – und zwar gegen praktisch alle muskulären Schmerzen. Es ist aber wichtig, dass man sich dabei durch Fachleute in einem zertifizierten Fitnesscenter beraten lässt.

Wie viel Sport kann tatsächlich einen Unterschied ausmachen?

Die richtige Dosis macht den Unterschied und jede Dosis wirkt anders. Dazu müssen viele Parameter betrachtet werden: Alter, Geschlecht, Trainingszustand, Lebensstil, biometrische Daten und vieles mehr.

Wie verbreitet ist dieses Wissen?

Leider ist es nicht so verbreitet, wie wir das gerne hätten. Und leider werden den Menschen häufig absolute Märchen aufgetischt, die in keiner Weise der Realität entsprechen.

Macht es einen Unterschied, ob jemand schon immer Sport trieb oder erst im Erwachsenenalter damit beginnt?

Natürlich hat man im ersten Fall einen Vorsprung, der auch bleibt. Aber ein Einstieg ist jederzeit möglich. Besonders Menschen, die mit über 60 Jahren mit einem Krafttraining beginnen, verzeichnen einen sehr schnellen und grossen Kraftzuwachs, bei manchen auf über 60 Prozent der Maximalkraft innerhalb weniger Wochen.

Welche möchten Sie als SFGV diese Situation verbessern?

Gerade Anfänger müssen durch eine Fachperson beraten werden und so mit der richtigen Dosierung das für sie perfekte Training absolvieren. Wir haben eine Plattform entwickelt, um zu sehen, in welchen Kompetenzzentren man die beste Leistung für seine Bedürfnisse findet.