Welche Allergien plagen die Schweizer am häufigsten?

Die Pollenallergie – sprich Heuschnupfen – ist die am häufigsten vorkommende Allergie. Sie gehört zu einer Gruppe von Allergenen, welche über die Luft ausgelöst werden, wie auch Allergien auf Hausstaubmilben oder Haustiere. Ebenfalls ein grosses Thema sind Nahrungsmittelallergien.

Inwiefern unterscheidet sich die Nahrungsmittelallergie von einer Intoleranz?

Während Lebensmittelallergien – also etwa auf Erdnüsse oder Meeresfrüchte– lebensgefährlich sein können, sind Intoleranzen oft sehr belastend, lösen aber kaum je lebensgefährliche Reaktionen aus. Allergiker müssen häufig komplett auf einen bestimmten Stoff verzichten. Bei einer Intoleranz ist es je nach Ausprägung weiterhin möglich, kleinere Mengen zu konsumieren.

Welche weiteren Allergien sind relevant?

Weniger häufig, aber potenziell sehr gefährlich sind Insektenallergien durch Bienen- oder Wespenstiche. Auch Medikamentenallergien und Kontaktstoffallergien, die etwa durch Modeschmuck oder Parfüm ausgelöst werden, können für Betroffene weitreichende Folgen haben.

Wie geht man vor, wenn man eine Allergie vermutet?

Bei leichten Beschwerden kann man versuchen, den entsprechenden Stoff wegzulassen, und beobachten, ob sich dadurch eine Verbesserung ergibt. Ansonsten empfiehlt es sich, den Hausarzt oder später einen Spezialisten aufzusuchen. Dank Befragungen und verschiedenen Tests kann eine Allergie oft diagnostiziert oder ausgeschlossen werden.

Welchen Einfluss haben Allergien auf die Atemwege?

Allergene aus der Luft – sprich Pollen, Tierhaare oder Schuppen – führen häufig zu Atemwegsproblemen. Meist sind Auge, Nase und teils auch die Bronchien betroffen. Auch bei anderen Allergieauslösern wie Insektenstichen oder Nahrungsmitteln kann es im Rahmen einer schweren allergischen Reaktion zum Asthmaanfall oder gar einem anaphylaktischen Schock kommen.

Asthma kann eine Reaktion auf eine Allergie sein?

Ja, das ist eine Möglichkeit. Auch bei chronischem Asthma ist es deshalb wichtig abzuklären, ob allenfalls eine Allergie als Auslöser beteiligt sein könnte. Manchmal kommen auch Asthmaanfälle ausschliesslich durch die Kombination von körperlicher Anstrengung etwa beim Sport und Einnahme gewisser Nahrungsmittel vor.

Welche Methoden gibt es, um Allergien zu behandeln?

Die Vermeidung des Auslösers kann der einfachste Weg sein. Das ist aber natürlich nicht immer möglich. Es gibt deshalb eine Vielzahl an Medikamenten, welche die Symptome behandeln.

Schliesslich kann mit einer Desensibilisierung oft wirksam eine Toleranz des Immunsystems an einen Stoff erreicht werden, sodass durch diese ursächliche Therapie die Beschwerden abklingen.

Wie weiter, wenn das nicht hilft?

Mit dem Einsatz von Kortison oder neuerdings sogenannten Biologika, die ganz selektiv gewisse Stoffe oder Zellen des Immunsystems beeinflussen, sind für schwere Fälle hochwirksame Behandlungen möglich.

Das ist zwar sehr effektiv und beim Einsatz von Biologika auch hochspezifisch, aber mit hohen Kosten verbunden. Ein interessanter Behandlungsansatz ist die Beeinflussung der Darmflora mit Probiotika – günstig auf den Körper wirkenden Bakterien –, der zurzeit noch in Studien untersucht wird.