Die Knochen des menschlichen Skeletts sind keine tote Materie, sondern ein Leben lang einem ständigen Prozess des Auf- und Abbaus ausgesetzt. Etwa bis zum 30. Lebensjahr bauen die für den Knochenstoffwechsel verantwortlichen Zellen mehr Knochenmasse auf als ab.

Diese nimmt in dieser Zeit zu, bis eine individuelle maximale Knochenmasse erreicht ist. Etwa ab dem 40. Lebensjahr überwiegt jedoch der Knochenabbau: Der Körper baut dann jährlich etwa ein halbes bis ein Prozent der Knochenmasse wieder ab.

Bei einer Osteoporose ist der Knochenstoffwechsel gestört, so dass sich der natürliche Knochenabbau verstärkt und es zu einem Missverhältnis zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau kommt.

Das heisst, Menschen mit Osteoporose verlieren im Alter viel mehr Knochenmasse als ein gesunder Mensch. Der Knochenschwund wirkt sich nachteilig auf die Knochenstruktur und Knochenfunktion aus. Je mehr die Knochendichte abnimmt, desto mehr verliert das Skelett an Stabilität: Das Risiko für Knochenbrüche steigt.

Auf Hilfe angewiesen

Osteoporose (Knochenschwund) ist die häufigste Knochenerkrankung im höheren Lebensalter. Bei Frauen tritt eine Osteoporose deutlich häufiger auf als bei Männern. So sind in der Schweiz rund 25 Prozent aller Frauen nach den Wechseljahren von Knochenschwund betroffen. Bei einer Osteoporose manifestieren sich kaum Symptome, solange die Knochenmasse lediglich ein wenig vermindert ist.

Menschen mit Osteoporose verlieren im Alter viel mehr Knochenmasse als ein gesunder Mensch. Der Knochenschwund wirkt sich nachteilig auf die Knochenstruktur und Knochenfunktion aus

Im weiteren Verlauf macht sich die Osteoporose allerdings durch Knochenbrüche bemerkbar, die scheinbar ohne erkennbare Ursache auftreten (sogenannte Spontanfrakturen). Am häufigsten brechen die Wirbelkörper. Ein Wirbelbruch bei Osteoporose ist wie andere Knochenbrüche auch meist mit starken Schmerzen verbunden und kann die Bewegungsfähigkeit einschränken.

Betroffene glauben wegen der typischen Symptome in Form von schlagartig einsetzenden Rückenschmerzen häufig, «nur» einen Hexenschuss erlitten oder sich den Ischias-Nerv eingeklemmt zu haben. Rückenschmerzen gelten jedoch neben Spontanfrakturen als einer der wichtigsten Hinweise auf Osteoporose.

Die langfristigen Folgen sich häufender Wirbelkörperbrüche sind ein Grössenverlust von mehreren Zentimetern, die Ausbildung eines Rundrückens und eine verstärkte Krümmung der Lendenwirbelsäule nach vorn. Diese für Osteoporose typischen Veränderungen können so weit voranschreiten, dass die untersten Rippen in direkten Kontakt mit dem Beckenkamm kommen.

Dies löst weitere Schmerzen aus. Um die durch Osteoporose verursachten Beschwerden zu lindern, bewegen sich viele Betroffene weniger und nehmen nach und nach eine Schonhaltung an, die zusätzliche Symptome in Form von schmerzhaften Muskelverspannungen verursacht. Häufig sind Menschen mit fortgeschrittener Osteoporose auf Hilfe angewiesen, was die Lebensqualität erheblich einschränken kann.

Abhängig vom Verlauf

Am Anfang der Diagnose einer Osteoporose steht ein Gespräch zur Vorgeschichte der Erkrankung. Dabei stellt der Arzt Fragen zu Vorerkrankungen oder allfälligen Stürzen. Anschliessend folgt eine körperliche Untersuchung: Anhand verschiedener Tests kann der Arzt prüfen, wie beweglich man ist.

Wenn sich dabei ein Verdacht auf Osteoporose ergibt, kommen zur Diagnose weitere Verfahren zum Einsatz. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Knochendichtemessung. Diese Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur einige Minuten.

Die Therapie der Osteoporose ist abhängig vom Grad beziehungsweise Ausmass der Erkrankung. Unbehandelt schreitet der Knochenschwund weiter voran, so dass die Knochen zunehmend brüchiger werden. Sind infolge der Osteoporose bereits Knochenbrüche aufgetreten, ist eine medikamentöse Behandlung in der Regel unabdingbar.

Diese zielt vor allem darauf ab, den Knochenstoffwechsel zu beeinflussen und Schmerzen zu lindern. Mit gezielt wirkenden Osteoporose-Medikamenten lässt sich der Knochenabbau bremsen und der Knochenaufbau wird gefördert. Mit der begleitenden Gabe von Kalzium- und Vitamin-D-Präparaten wird sichergestellt, dass die beiden Nährstoffe für einen optimalen Aufbau von Knochenmasse zur Verfügung stehen.

Da eine bestehende Osteoporose nur schwer zu behandeln ist, sollte man sich möglichst frühzeitig um die Gesunderhaltung der Knochen kümmern. Einer Osteoporose kann man wirksam vorbeugen, indem man vor allem auf eine gesunde, Kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung, einen ausgeglichenen Lebensstil und auf ausreichend Bewegung im Freien achtet.