Bald ist es wieder soweit und die Hochsaison von Grippe und grippalen Infekten beginnt. Besonders Kleinkinder sind häufig von grippalen Infekten betroffen. Eine Infektionskrankheit, umgangssprachlich «Infekt» genannt, ist eine durch Viren und Bakterien hervorgerufene Erkrankung. «Nicht jede Infektion führt jedoch zum Ausbruch einer Erkrankung und oftmals läuft ein Infektion in unserem Körper ab, ohne dass wir etwas davon merken», erklärt Prof. Dr. Christoph Berger. So können einige Infekte akut in wenigen Tagen entstehen, andere wiederum sich über einen längeren Zeitraum hinweg langsam entwickeln. Ausschlaggebend für den Ausbruch und Verlauf einer Infektionskrankheit ist die Fähigkeit des Immunsystems, sich gegen den Erreger zur Wehr zu setzen.

Erkältung bei kleinen Kindern normal
Häufig wiederkehrende Erkältungskrankheiten sind bei Kindern normal. «Bei Kleinkindern ist das Immunsystem noch «unerfahren» und muss sich erst mit den verschiedenen Keimen auseinander setzen. Deshalb sind Kinder besonders in den ersten zwei Lebensjahren anfällig für grippale Infekte», erklärt Prof. Berger. In den ersten drei bis sechs Lebensmonaten ist das Baby noch geschützt durch den sogenannten Nestschutz. Diese besteht Antikörpern, welche die Mutter während der Schwangerschaft an ihr Baby weitergibt. Nach den ersten Lebensmonaten werden die übertragenen Antikörper und damit der Nestschutz abgebaut (und das Kind wird anfällig für Infekte). Nach den ersten Lebensmonaten nimmt auch die Zahl der Kontaktpersonen des Kindes zu und damit das Risiko einer Ansteckung. Besonders oft haben die Kleinkinder mit Atemweginfektionen zu kämpfen, da diese Erreger über die Atemwege eintreten. Die Atemweginfektionen verlaufen beim so kleinen Kind auch schwerer weil nicht nur das Immunsystem unerfahren ist sondern auch weil die Atemwege noch so klein nud die körperlichen Reserven beschränkter sind als später.

Umfeld ist wichtig
Ist ein Infekt überstanden folgt oft schon der nächste. So gilt es durchaus als normal, wenn ein Kleinkind bis zu zehnmal im Jahr erkältet ist. «Es kommt natürlich auch immer darauf an, in welchem Umfeld ein Kind aufwächst. Ungünstig ist, wenn zuhause (im Umfeld des Kindes) geraucht wird. Hat es mehrere Bezugspersonen, Geschwister im Kindergarten/Schule oder geht es in eine Krippe, ist es schon viel früher einer Vielzahl an Viren ausgesetzt.» Die Viren werden über Tröpfcheninfektion - also durch Husten, Niesen oder direkten Kontakt beispielsweise beim Spielen - sehr leicht übertragen. Doch mit jeder Keiminvasion lernt die Körperabwehr dazu, das Kind wird nach und nach gegen viele Viren und Bakterien immun. «Je älter die Kinder werden, desto besser können sie mit diesen Infekten umgehen und sind sie durch ihr Immunsystem geschützt und desto weniger Erkältungen müssen sie durchmachen.»

Kein Mittel gegen Atemweginfekte
Gegen Atemweginfekte kann man laut Prof. Berger nicht viel machen. Ein Medikament gegen die auslösenden Viren gibt es nicht. Deshalb braucht ein grippaler Infekt vor allem eines – Geduld. Denn es kann durchaus über eine Woche dauern, bis das Kind wieder gesund ist. Die Beschwerden eines grippalen Infekts können durch entsprechende Massnahmen gelindert werden.«Bei Fieber und Schmerzen kann man ein Zäpfchen verabreichen. Mit Hustensirup hingegen bin ich sehr vorsichtig und empfehle ihn bei kleinen Kindern nicht.»

Die meisten Infekte sind harmlos
Die meisten Infekte sind denn harmlos und werden vom Kind gut verkraftet. Alarmzeichen sind aber sicherlich, wenn die Kinder nicht mehr Trinken, apathisch wirken und unter Atemnot leiden. Dann sollten die Eltern dringend einen Arzt aufsuchen. Was kann man Vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten bei Kindern tun? «Leider nicht viel», sagt der Experte. «Ein geregelter Tagesablauf und eine ausgewogene Ernährung sind aber in jedem Fall das A und O und tragen zur Stärkung des Immunsystems bei.» Vitamintabletten sind bei einer ausgewogenen Ernährung meist überflüssig. Stattdessen sollte darauf achten, dass das Kind regelmässig an die frische Luft kommt und sich bewegt - auch bei schlechtem Wetter.
Influenza Infektion verläuft schwerer als viele andere Virusinfektionen

Gegen echte Grippe hilft Impfung
Nicht zu verwechseln mit dem grippalen Infekt ist die durch Influenza-Viren hervorgerufene echte Grippe. Diese verläuft weitaus schwerer als ein grippaler Infekt und kann Komplikationen verursachen. Zu den Grippesymptomen gehören hohes Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Kopf- und Halsschmerzen. Die Intensität und der Schweregrad der Grippeepidemie sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Eine wirksame Prävention gegen Grippe ist die Impfung. Diese wird allen Patienten über 65 sowie Menschen mit chronischen Leiden empfohlen, ist aber auch für alle andern, auch Kinder, die das wünschen ein guter Schutz. Wichtig ist die Empfehlung der Grippeimpfung für Schwangere: «Wird die Mutter bereits in der Schwangerschaft geimpft, besteht auch für das Baby nach der Geburt ein Schutz.»