Liebe Leserinnen, liebe Leser

Die Blumen spriessen, die Sonne scheint, es wird wärmer. Viele Menschen spüren aber nicht nur den Frühling, sondern ein mühsames Kitzeln in der Nase, ein Brennen in den Augen: Jetzt fliegen die Pollen los und belasten Allergikerinnen und Allergiker bis in den Spätsommer. Das Erwachen der Natur wiederholt sich Jahr für Jahr, etwas aber ist über die Zeit anders geworden: Die Anzahl der Menschen mit Heuschnupfen ist fast exponentiell gestiegen.
 

Während vor 100 Jahren kaum jemand von einer Pollenallergie geplagt war, sind es heute 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung. Diese Zunahme ist beunruhigend.
 

Umso mehr, da sie exemplarisch für viele Allergien steht: Jede vierte Person in unserem Land leidet heute unter allergischen Beschwerden.

Doch warum sind Allergien und Intoleranzen so verbreitet – in unserer westlichen Welt mit einem hohen Hygienestandard? Gerade deswegen! Wir leben in einer sehr sauberen Umgebung, unserem Abwehrsystem fehlt die echte Herausforderung durch Parasiten, Viren und Würmer.

Diese ist aber nötig, damit das Immunsystem richtig funktioniert und nicht wie bei der Allergie plötzlich auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen – oder Hausstaubmilben, Tiere, Schimmelpilze – reagiert. Exotische Nahrungsmittel und unsere Lebensweise beeinflussen zudem unser Mikrobiom – das sind die Billionen von Kleinstlebewesen, die auf der Haut, im Darm, in den Schleimhäuten leben.

Dieses Mikrobiom spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Allergien. Zudem bedeutet die Umweltbelastung durch Luftschadstoffe Stress für unseren Organismus, und damit nicht genug, bringt die Veränderung des Klimas neue Pflanzen und somit neue Pollen zu uns.

Allergie richtig behandeln

Einige mögen vielleicht immer noch denken: Mit Heuschnupfen, einer triefenden Nase und roten Augen kann man doch leben. Doch Allergien sind keine Bagatellerkrankungen. Aus einer leicht ausgeprägten Allergie kann sich eine schwerwiegendere Form entwickeln, wenn man sie nicht richtig behandelt: In der Folge wird aus einer Pollenallergie plötzlich ein belastendes Asthma.

Und Menschen, die Allergien haben, sind mit grossen Herausforderungen im gesellschaftlichen und beruflichen Leben konfrontiert, ihr Wohlbefinden ist erheblich beeinträchtigt. Als Beraterinnen der Telefon-Hotline von aha! Allergiezentrum Schweiz kennen wir die verzweifelten Leidensgeschichten.

Sie handeln auch oft von Kindern und Jugendlichen, da diese überproportional häufig Allergien haben. Diese stehen aufgrund ihres jungen Alters vor riesigen Herausforderungen: Welche Tricks helfen, einen Heuschnupfen bei einem Zehnjährigen, der am liebsten draussen spielt, im Griff zu haben? Wie geht man in der Schule mit einer lebensbedrohlichen Nussallergie um? Allergien belasten fast zwei Millionen Menschen in der Schweiz – und unser Krankenversicherungssystem: Auf über eine Milliarde Franken werden jährlich die krankheitsbedingten Kosten bei Asthma beziffert.

Wirksame Therapien

Wirksame Therapien sind daher dringend gefragt. Während bestimmte Allergien, etwa Heuschnupfen und Hausstaubmilbenallergien, heute oftmals erfolgreich mit Immuntherapien kuriert werden können, sind andere nach wie vor nicht befriedigend zu behandeln oder sie können noch gar nicht geheilt werden. Damit kommt der Prävention eine zentrale Rolle zu – und somit auch der Stiftung aha! Allergiezentrum Schweiz: Mit fundierter Information, Schulungen und Beratung unterstützen wir die Betroffenen im Krankheitsmanagement und sensibilisieren ihr Umfeld für präventives Verhalten.

Als Drehscheibe inmitten Betroffener, Angehöriger, Lehrerinnen und Pädagogen, medizinischer Fachpersonen, Ärztinnen, Gastronomiepersonal und Politiker sorgen wir für den direkten Informationsfluss von wichtigem Wissen. Nur gemeinsam können wir erreichen, dass nicht mehr, sondern immer weniger Menschen unter Allergien und Intoleranzen leiden.

Auf eine gute Gesundheit!