Der Schlaf ist Teil des biologischen Rhythmus und wird durch die innere Uhr gesteuert. Der Energieumsatz des Gehirns im Wachzustand ist sogleich hoch wie im Schlaf. Dieser verbraucht zeitweilig sogar mehr Energie.Im Schlaf sperren wir Tür und Tor nach draussen zu und im Hintergrund läuft das Reparaturprogramm. Es wird aufgeräumt, Zellen erneuern sich und die Wunden heilen. Das Immunsystem regeneriert sich. Gespeichert werden Gedächtnisinhalte und Energie. Sind wir morgens zwischen drei und vier Uhr auf den Beinen, unterlaufen uns die meisten Fehler. Der Kreislauf ist dann sehr labil und der Körper äusserst schmerzempfindlich. Wir halten es länger aus ohne Essen als ohne Schlaf. Anhaltender Schlafentzug kann sogar tödlich enden.


Schlafforschung
Die Schlaf-Wach-Forschung misst den Schlaf, untersucht die Leistungsfähigkeit und die Wachheit, die sogenannte Vigilanz. In der Nacht werden verschiedene Körperfunktionen wie Augenbewegungen, Gehirnströme und Muskelspannung überwacht. Antworten werden gesucht auf die Frage, wie die allgemeine Gesundheit, Diabetes oder Übergewicht mit dem Schlaf zusammenhängen. Warum schlafen wir und was prägt unseren Schlaf? Inwieweit spielen die Hormone eine Rolle und welche Hirnareale sind beteiligt? Mit solchen Themen setzen sich Schlafforscher auseinander.


Folgen eines Mankos
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass eine zu geringe Schlafdauer das Gedächtnis und die Leistung beeinträchtigt und zudem das Gewicht negativ beeinflusst. Zu wenig Schlaf kann dick, dumm und krank machen. Ständiger Schlafmangel gefährdet das körperliche und seelische Wohlbefinden. Der übermüdete ist gereizt und überdreht. Seine Konzentration leidet. Er neigt zu einem Stresssyndrom und hat ein vierfach erhöhtes Risiko, an einer Depression zu erkranken.


Nachtschlaf und Nickerchen
Nächtliches Erwachen ist normal: Der Knackpunkt dabei ist, wie lange jemand wach bleibt. Denn der durchschnittliche Schläfer erwacht etwa 28 Mal und schlummert sieben Stunden – plus/minus zwei. Mindestens fünf Stunden sollte die Ruhephase dauern. Das Schlafpensum hängt vom Geschlecht ab, von den Jahreszeiten sowie vom Alter und ist genetisch bedingt. Ein 10- bis 30-minütiger Mittagsschlaf reduziert die Gefahr einer Herzkreislauferkrankung um 35 Prozent. Das muss nicht täglich geschehen. Es reicht auch sich zurückzulehnen, die Augen zu schliessen, abzuschalten und zu entspannen. Wichtig für die Gesundheit und das Leistungsvermögen sind kurze, über den Tag verteilte Pausen.


Bewusste, gelebte Schlafhygiene
Diese Pausen sind zentral für einen geruhsamen Schlaf. Die Entspannung ist der Königsweg in den Schlaf. Förderlich sind sowohl die Bewegung wie auch der klar gezogene Schlussstrich unter den Arbeitstag. Freunde treffen, sich Gutes tun, Hobbies pflegen helfen ebenso. Relativ früh leicht essen, am Mittag das letzte koffeinhaltige Getränk geniessen und nur ein Glas Alkohol konsumieren: Mehr stört den Schlaf. Generell abends wenig trinken, sonst weckt einen der Harndrang. Hilfreich ist die Regelmäs-sigkeit: Zum gleichen Zeitpunkt ins Bett gehen. Positiv wirkt sich eine dunkle und eher leise Umgebung aus. Schlafprobleme können entstehen aus Stress, Anspannung und allzu hoher Belastung. Vermieden werden sollte genauso blau getöntes, kurzwelliges Licht am Abend. Dagegen verbessert Licht am Vormittag den Schlaf. Auch deshalb sollte der Arbeitsplatz im Winter so hell als möglich beleuchtet sein. Wer aktiv etwas für den Schlaf tut, unterstützt eine erholsame Nachtruhe.