Eine gute Intimpflege ist deshalb unerlässlich. Juckreiz, Brennen oder Schmerzen im Intimbereich sind nicht nur ausgesprochen unangenehm, sondern auch ein Zeichen dafür, dass irgend etwas nicht stimmt. Ursache dafür kann nebst empfindlicher Haut auch mechanische Belastung beispielsweise beim Geschlechtsverkehr oder beim Sport sein. Auch eine Infektion durch Pilze oder Bakterien können zu Beschwerden führen, ebenso wie eine zu geringe Hormonproduktion in den Wechseljahren oder eine zu niedrig eingestellte Pille. Sehr häufig aber lösen wir die Probleme selber aus, indem wir der Haut im Intimbereich mit übertriebener Hygiene zusetzen.
 

Weniger ist mehr

Die unsichtbare, hauchdünne Hülle aus Drüsenabsonderungen und natürlich vorkommenden Bakterien schützen vor Krankheitserregern. Zu häufiges Waschen mit zu aggressiven Reinigungsmitteln stört den natürlichen Schutzfilm der Haut, es kommt zu den typischen Beschwerden. Achten Sie daher darauf, keine aggressiven Reinigungsmittel zu verwenden, sondern solche, die auf den sauren pH-Wert der Scheide abgestimmt sind. Dieser liegt im Normalfall bei pH 3,5 bis 4. Der pH-Wert der Haut liegt bei etwa 5,5, weshalb Hautreinigungsmittel wie Duschgel oder normale Seife ungeeignet sind. Auch die Angewohnheit, beim Haarewaschen das Shampoo für die Reinigung des übrigen Körpers zu verwenden, kann der empfindlichen Haut im Intimbereich schaden. Wer auf Nummer Sicher gehen will, verwendet überhaupt nur klares, lauwarmes Wasser. Und auch allzu häufiges Duschen schadet, weshalb Experten empfehlen, zwischendurch auch nur mal eine «Katzenwäsche» zu machen.
 

Feuchtigkeit vermeiden

Feuchtigkeit fördert die Bildung von Pilzen und Entzündungen. Deswegen empfiehlt es sich, nach dem Waschen immer gründlich abzutrocknen. Verzichten Sie zudem auf synthetische Unterwäsche, tragen Sie nach Möglichkeit atmungsaktive Unterwäsche aus Naturtextilien wie Baumwolle. Synthetische Unterwäsche fördert ein feuchtes Milieu beziehungsweise einen Wärmestau, da der Schweiss nicht abtransportiert werden kann. Auch bei Slipeinlagen sollten Sie deshalb darauf achten, atmungsaktive Produkte zu verwenden. Ansonsten können Entzündungen und Pilzinfektionen die Folge sein. Noch besser: Sie verzichten ganz auf Slipeinlagen, denn Sie wechseln die Unterwäsche ja ohnehin täglich. Was viele nicht wissen: String-Tangas begünstigen das Eindringen von Bakterien aus der Analgegend in die Scheide. Und in der Regel sind es eben genau die sogenannten Kolibakterien, die die lästigen Blasenentzündungen hervorrufen.
 

Schonende Intimrasur

Bei der Haarentfernung im Intimbereich kommt es häufig zu Pickeln und wunden Stellen. Dies deshalb, weil jede Rasur kleine Hautverletzungen hinterlässt, in welche Mikroorganismen eindringen und Entzündungen verursachen können. Um das zu vermeiden, sollte man sich jeweils nach dem Duschen oder Baden mit einer frischen Klinge rasieren. Durch das lauwarme Wasser sind die Haare weicher und lassen sich besser entfernen. Ob man Rasiergel oder -schaum verwendet, ist Geschmackssache, aber die Erfahrung zeigt, dass die Rasur dadurch schonender durchgeführt werden kann. Besonders glatt wird es, wenn Sie gegen die Wuchsrichtung rasieren. Achten Sie dabei aber darauf, nicht zu viel Druck auf die Klinge auszuüben und nicht mehrfach über eine Stelle zu fahren, damit die Haut nicht gereizt oder gar verletzt wird. Damit sich die Poren schliessen, kann man kurz mit kaltem Wasser über die Haut brausen. Danach immer sorgfältig trocknen und allenfalls leicht eincremen, sodass die Haut vor Eindringlingen besser geschützt ist. Was man gar nicht machen sollte: Trockenrasur.  Sie strapaziert die weiche Haut im Intimbereich viel zu sehr. Ein Versuch wert sind allenfalls Enthaarungscremes für die Intimzone, deren pH-Wert auf die empfindliche Haut abgestimmt ist. Das so genannte Waxing hingegen sollte man besser dem Profi überlassen, der auch die richtige Pflege danach gewährleistet.