Im März beginnt die Pollenhochsaison. Beinahe jeder fünfte Schweizer wird wegen Heuschnupfen (auch Pollenallergie, saisonale allergische Rhinitis oder Pollinosis genannt) wieder am Niesen und Schniefen sein. Die Veranlagung der Allergie gegen Blütenstaub wird oft vererbt. Die Beschwerden treten in der Regel in der frühen Kindheit auf, können sich aber auch im späteren Alter bemerkbar machen, wobei sie ein Leben lang bestehen bleiben.

Weshalb reagiert der Körper?

Bei Heuschnupfen handelt es sich um eine allergische saisonal wiederkehrende Reaktion auf eine oder mehrere Pollenarten während den typischen Pollenflugzeiten von Frühling bis Sommer. Bei Menschen mit verschiedenen Pollenallergien können die Heuschnupfen-Symptome unter Umständen fast ganzjährig anhalten, da einige Pollen, wie jene von Hasel, Erle oder Traubenkraut auch im Winter oder Herbst aktiv sind. Ein beeindruckendes Detail: Von den etwa 3500 Pflanzen in der Schweiz sind nur ca. 20 für Pollenallergiker signifikant. Auslöser der allergischen Reaktion sind Eiweisse in den Pollen von Bäumen oder Blüten. Aufgrund einer Überempfindlichkeit des Körpers reagiert das Immunsystem von Allergikern beim Kontakt mit diesen Allergenen mit der Ausschüttung von Histamin. Diese Entzündungsbotenstoffe führen u.a. zu den typischen Beschwerden wie gerötete Augen und Niesreiz.

Wenn es juckt und brennt

Pollenallergiker kennen die Symptome nur zu gut: Niesattacken, eine laufende Nase, gereizte Schleimhäute, juckende, brennende bis tränende Augen. Wenn die Allergie länger nicht behandelt wird, kann es in einzelnen Fällen nebst Reizungsbeschwerden auch zu einem allergischen Asthma bronchiale kommen (sogenannter Etagenwechsel). Bei einigen Betroffenen entwickeln sich zuweilen auch allergische Reaktionen auf gewisse Nahrungsmittel. Solche Kreuzallergien entstehen, wenn die Pollenallergene in ihrer Struktur anderen (Nahrungsmittel-) Eiweissen sehr ähnlich sind und das Immunsystem deshalb darauf reagiert. Pollenallergiker leiden häufig an Konzentrations- oder Schlafstörungen und fühlen sich schlapp und müde. Die stark einschränkenden Beschwerden wirken sich nicht selten auch negativ auf das soziale, schulische sowie berufliche Leben aus. Die warmen Monate sind für Betroffene wegen der Pollenhochsaison besonders hart. Der schönste Wanderausflug wird ohne die richtigen Vorbeugungsmassnahmen zum Spiessrutenlauf.

Das Problem an der Wurzel anpacken

Heuschnupfen-Attacken und allergischem Asthma lasst sich vorbeugen. Dafür erstellt der Arzt als Erstes mittels Gesprächen sowie Haut- und Bluttests (zum Beispiel Pricktest) die Diagnose. Für die Linderung von Heuschnupfen-Symptomen stehen zahlreiche Antihistaminika in Form von Augentropfen, Nasensprays oder Tabletten zur Auswahl. Auch die Komplementärmedizin kommt zunehmend und erfolgreich für die Symptombehandlung zur Anwendung. Die einzige ursächliche Therapie ist jedoch die Hyposensibilisierung. Hierbei wird das Immunsystem graduell mit kleinen Mengen des Allergens in Kontakt gebracht, um es daran zu gewöhnen.

Blütezeiten kennen

Pollenallergiker können auch selber einen grossen Beitrag zu ihrem Wohlbefinden leisten, indem sie die Pollen konsequent meiden. Der Pollenflugkalender verrät, wann gerade welche Pollen aktiv sind. Die Blütezeiten der einzelnen Pollenarten sind jedes Jahr wieder anders und unterscheiden sich zudem regional. So beginnt etwa in Bergregionen die Blühzeit später als in tiefen Lagen. Auch die Pollenkonzentration hängt stark von regionalen und lokalen Gegebenheiten, aber auch von der Tageszeit ab. In der Nacht hat es viel weniger Pollen in der Luft als tagsüber, weshalb Heuschnupfengeplagte besser zu später Stunde (stoss-)lüften.

Weitere Tipps gefällig?

Während der Pollensaison die Wäsche drinnen trocknen, regelmässig Staubsaugen und den Boden aufnehmen, Pollengitter am Fenster und Pollenfilter im Auto montieren sowie vor dem Schlafengehen die Haare waschen. Und für draussen: Bei Wind und schönem Wetter Sonnenbrille tragen, Regenwetter für Outdoor-Aktivitäten nutzen und sich vor allem nicht von der Allergie unterkriegen lassen.