Man unterscheidet allergische von nicht-allergischen Kontaktekzemen. Die ersten Symptome sind im Wesentlichen gleich: Rötungen der Haut, Bildung von Knötchen und Bläschen, Schuppung oder Schwellungen. Vorstufe für die Allergien ist eine Sensibilisierung – also eine erhöhte Empfindlichkeit auf den konkret einwirkenden Stoff, das Kontaktallergen. Chronische Folgen können Schrunden, Verhornungen oder eine Vergröberung der Hautstruktur sein.

Wie häufig sind Kontaktekzeme?

Kontaktekzeme treten durchaus häufig auf: 15 Prozent der Bewohner Mitteleuropas – also immerhin jeder Siebte – leiden im Laufe ihres Lebens an einem allergischen Kontaktekzem. Damit ist die Häufigkeit dieser Krankheit vergleichbar mit der der Häufigkeit anderer wichtiger Volkskrankheiten wie Diabetes. Grundsätzlich kann jeder Mensch gegen ein Kontaktallergen sensibilisiert werden; umso mehr, je häufiger der Kontakt ist. Im Gegensatz dazu tritt beispielsweise Heuschnupfen nur bei Menschen auf, deren Immunsystem auf Grund einer genetischen Veranlagung zur Überreaktion neigt.

Was sind Kontaktallergene?

Kontaktallergene sind niedermolekulare Verbindungen, die auf Grund ihrer chemischen Reaktionsbereitschaft mit Proteinen der Haut reagieren. Viele im Alltagsleben gebräuchliche Stoffe können eine Hautirritation oder ein allergisches Kontaktekzem auslösen. Dabei kann es sich um Naturstoffe ebenso  wie um synthetisch hergestellte Substanzen handeln. Besonders bekannt ist die sogenannte «Nickelallergie».

Warum können Putzmittel Kontaktallergene enthalten?

Bei der Herstellung von Reinigungskomponenten können allergene Nebenkomponenten im Produkt verbleiben. Oft werden auch potentiell allergene Konservierungsmittel eingesetzt, insbesondere Stoffe wie Isothiazolinone, Parabene oder Salicylate. Auch schätzt man, dass fast 2 Prozent der Bevölkerung auf bestimmte Duftstoffe allergisch reagieren. Neben der Auslösung durch ein Kontaktallergen kann auch die Reduktion des Säureschutzmantels der Haut durch alkalische Putzmittel zu einem irritativen Kontaktekzem führen. Übrigens sind ökologische Putzmittel nicht automatisch allergenfrei; sie wurden zur Schonung der Umwelt optimiert, nicht aber auf die Reduktion der Belastung für den Menschen.

Was hilft bei Kontaktekzemen?

Eine einmal entstandene Kontaktsensibilisierung bleibt meist lebenslang bestehen, da es sich um eine der stabilsten Reaktionsformen des Immunsystems handelt. Eine Reduzierung der Sensibilisierung (Hyposensiblisierung) wie bei Pollenallergien ist nicht möglich. Umso wichtiger ist daher die konsequente Meidung der unverträglichen Kontaktstoffe durch die Verwendung von speziellen allergenfreien Alltagsprodukten und Arbeitsstoffen. Ist dies nicht möglich, muss der Kontakt vermieden werden oder Schutzkleidung getragen werden. In besonders gefährdeten Berufsgruppen kann ein nicht ausreichend vermeidbarer Allergenkontakt zur Berufsunfähigkeit führen. Bei konsequenter Kontaktvermeidung allerdings kommt eine Kontaktallergie ohne therapeutische Massnahmen zum Erliegen («selbstlimitierend»).