Jede fünfte Frau und jeder sechste Mann leidet unter den Folgen einer venösen Störung. Wenn die Venen krankhaft erweitert sind, schliessen die Venenklappen nicht mehr vollständig. Die Venen können dann das Blut nicht mehr ausreichend zum Herzen zurücktransportieren.

Insbesondere in den Beinvenen staut sich das Blut. Das Resultat sind schmerzende Beine und Ödeme (geschwollene Beine). Schwere Formen von Venenerkrankungen können zu Krampfadern und Hauterkrankungen wie Braunfärbung, Ekzemen, Verhärtungen der Haut und dem «offenen Bein» (Ulcus cruris) führen. Auch ein erhöhtes Thromboserisiko kann die mögliche Folge einer chronischen venösen Insuffizienz sein.

Bewährte Basistherapie

In den modernen Industrieländern treten Venenleiden häufig auf. Eine rechtzeitige Untersuchung und Abklärung durch den Hausarzt oder Spezialisten mit nachfolgender Behandlung kann die Symptomatik verbessern und ein Fortschreiten der Erkrankung verzögern. Die bewährte Basistherapie bei chronischer Venenschwäche ist die Kompressionstherapie.

Durch sorgfältig kontrollierten Druck auf Gewebe und Blutgefässe werden die Venen wieder auf ihren normalen Durchmesser zusammengepresst. Die Funktion der unbeschädigten Venenklappen wird dadurch unterstützt, der Rückfluss von Blut über die Venen zum Herz wird gesteigert. Gleichzeitig bilden sich Ödeme wieder zurück.

Vorsicht Schuhwahl

Um Venenleiden vorzubeugen, empfiehlt sich ausreichend Bewegung. In unserem täglichen Berufsleben gehören das lange Stehen und Sitzen zur Tagesordnung. Durch die Bewegung der Beinmuskulatur wird das Venensystem in seiner Arbeit und Funktion aktiv unterstützt und kann so das Blut besser nach oben zum Herzen befördern. Aber auch der Ernährung sollte Beachtung geschenkt werden. Übergewicht ist erwiesenermassen ein entscheidender Faktor, der das Auftreten von Venenleiden begünstigen kann.

Gut beraten ist, wer diese Erkenntnis beim Zusammenstellen des Speisezettels berücksichtigt. Oft vernachlässigt wird die Wahl der passenden und gesunden Schuhe. Zu hohe Absätze etwa verhindern die Bewegung der Fussgelenke und führen zur Untätigkeit der Beinmuskulatur, die für den venösen Abfluss wichtig ist. Ist das Leiden bereits weit fortgeschritten, ist die chirurgische Behandlung oft die einzig sinnvolle Option, um das weitere Ausbreiten der Krankheit und Spätkomplikationen zu verhindern.