Herr Turk, wie steht es um die Luftverschmutzung in der Schweiz?

So pauschal lässt sich das nicht sagen. Es kommt immer darauf an, wo wir uns aufhalten. Dass die Luftverschmutzung in der Stadt grösser ist als auf dem Land oder in den Bergen, ist logisch. Auch die Jahreszeit spielt eine wesentliche Rolle. Im Herbst und Winter, wenn mehr geheizt wird und die schlechte Luft unter der Nebeldecke hängen bleibt, ist die Luftverschmutzung grösser als im Frühling und Sommer. Im Sommer hingegen gibt es mehr Ozon und die Pollenbelastung ist grösser.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass sich die Luftqualität in der Schweiz in den letzten 30 Jahren dank verschiedener Luftreinhaltemassnahmen wesentlich verbessert hat (Quelle BAFU).

Dennoch leiden viele Menschen unter der Luftverschmutzung. Welche Auswirkungen kann diese auf unsere Lungen haben?

Ganz erhebliche! Ist die Belastung durch Luftschadstoffe zu hoch, können die Atemwege gereizt und angegriffen werden. In manchen Fällen kann eine erhebliche Luftverschmutzung sogar bleibende Schäden verursachen. Hier spielt die Kombination der Schadstoffe, deren Konzentration, die Dauer der Exposition und die Menge der eingeatmeten Luft eine entscheidende Rolle. Auch in den Innenräumen zeigt sich oftmals eine beachtliche Menge an Luftschadstoffen.

Hier wird die Luftqualität von Tätigkeiten wie Kochen, dem Abbrennen von Kerzen oder von Rauchen beeinflusst. Gleichzeitig gelangen aber auch Schadstoffe von aussen in die Räume.

Welche Symptome können sich beim Kontakt mit verschmutzter Luft zeigen?

Im Sommer, bei erhöhten Ozonwerten, kennen viele das typische Kratzen in den Atemwegen. Weitere Symptome beim kurzfristigen Kontakt mit verschmutzter Luft sind denn auch Reizungen der Atemwege und Atembeschwerden. Dadurch können Rachen- und Halsentzündungen, Asthmaanfälle sowie Infektionen der Atemwege wie Bronchitis und Lungenentzündungen begünstigt werden. Zudem kann sich die Lungenfunktion verschlechtern.

Wer leidet besonders unter den Luftschadstoffen?

Grundsätzlich ist verschmutzte Luft für uns alle schädlich. Ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen leiden oftmals am meisten darunter. Bei Asthmabetroffenen können durch Luftverschmutzung Anfälle begünstigt werden. Zudem wird auch das Herz-Kreislauf-System belastet, da die Schadstoffe Entzündungen hervorrufen, welche Herzrhythmusstörungen und Infarkte begünstigen.

Wie kann man sich vor Luftverschmutzung schützen?

Ein längerer Aufenthalt in den Bergen oder am Meer wirkt oftmals schon wahre Wunder für die Lunge. Wichtig ist auch, dass man selber etwas zur guten Luft beiträgt und die Umwelt weniger belastet: das heisst auf Öffentlichen Verkehr umstellt, weniger heizt und weniger in der Welt herumfliegt ...

Die wichtigsten Auswirkungen von Luftschadstoffen auf die Gesundheit:

  • Belästigung durch schlechte Gerüche und Rauch
  • Reizungen der Augen und Atemwege
  • Beeinträchtigung der Atemfunktion
  • erhöhte Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten und Infektionen
  • Erkrankungen der Atemorgane, insbesondere chronische Bronchitis
  • Verminderung der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • erhöhte Gefährdung bei Herz- und Kreislaufkrankheiten
  • Risiko für Lungenkrebs
  • zentralnervöse Störungen und Schädigungen von Enzymen

Quelle: www.lunge-zuerich.ch