Allergien und Intoleranzen sind allgegenwärtig

Bestimmt werden Sie auch in Ihrem Alltag mit dem Thema konfrontiert, bei der Arbeit, in der Schule, in den Medien. Man hat oft den Eindruck, dass kaum mehr jemand im Umfeld nicht von einer Allergie betroffen ist – und tatsächlich: In der Schweiz sind rund drei Millionen Menschen von Allergien oder Intoleranzen betroffen.

Allergische Erkrankungen haben in unserem Land epidemische Dimensionen erreicht. Die Wissenschaft belegt, dass die Häufigkeit von Allergien in den industrialisierten Ländern über die letzten Jahrzehnte rasant zugenommen hat.

Diese Entwicklung hat verschiedene Gründe, die hauptsächlich mit unserem modernen Lebensstil zu tun haben: mit unserer Ernährung, unserem Hygienestandard, unserer Umweltsituation, unserer Art zu wohnen und zu arbeiten, unserer Freizeitgestaltung.

Allergien können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken, gesundheitlich und sozial, und manchmal sogar mit lebensbedrohlichen Risiken: Die schwersten Formen der Allergien können bei einem allergischen Schock sogar zum Tod führen – man spricht hier von Anaphylaxien nach Einnahme von Lebensmitteln oder etwa nach Insektenstichen.

Diese Situation ist umso problematischer, als dass sehr häufig Kinder und Jugendliche betroffen sind, die aufgrund ihres jungen Alters vor zusätzlichen Herausforderungen stehen. Und mit ihnen ihre Eltern, die oft in grosser Sorge leben.

Was kann man gegen Allergien tun, wie sehen derzeit die Therapien aus?

Die medizinischen Möglichkeiten haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Dennoch sind auch heute noch keineswegs alle der vielfältigen Krankheitsbilder im Bereich Allergien und Intoleranzen befriedigend zu behandeln oder gar zu heilen.

Wirksam sind aber beispielsweise Immuntherapien bei Pollenallergien, ebenfalls bei Milben- und gewissen Tierallergien. Hoffnungsschimmer sind in der Behandlung von Lebensmittelallergien auszumachen – hier laufen aktuell Studien, die eine Toleranz herbeizuführen versuchen.

Anders bei Neurodermitis oder schwerem allergischem Asthma: Ihre Behandlung beschränkt sich nach wie vor auf die Linderung der Symptome – durch richtige Hautpflege, optimales Krankheitsmanagement oder durch Vermeiden des Kontaktes mit den allergieauslösenden Stoffen.

Die Forschung ist intensiv gefordert...

...hier in den nächsten Jahren Strategien zu entwickeln, die neue präventive und kurative Möglichkeiten eröffnen. Allergien – seien es nun etwa Pollen-, Hausstaubmilben- oder Nahrungsmittel-, Tierallergien – und Intoleranzen stellen uns aber alle vor Herausforderungen.

Von den Betroffenen, über die Industrie, Gesellschaft und Politik bis hin zum Gesundheitssystem: Auf über eine Milliarde Franken werden die krankheitsbedingten Kosten bei Asthma beziffert.

Der Prävention kommt heute eine zentrale Rolle zu – und somit auch der Arbeit der Stiftung aha! Allergiezentrum Schweiz: Als Kompetenzzentrum in den Bereichen Allergien, Haut und Asthma unterstützen wir die Betroffenen im Krankheitsmanagement und sensibilisieren ihr Umfeld für präventives Verhalten.

Wir sind Drehscheibe inmitten Betroffener, Angehöriger, Lehrerinnen und Pädagogen, medizinischer Fachpersonen, Ärztinnen, Gastronomiepersonal und Politikern und sorgen für den Informationsfluss von wichtigem Wissen, führen Schulungen sowie Beratungen durch und arbeiten mit medizinischen Fachpersonen und Fachgesellschaften zusammen.

Wir sind überzeugt: Allergiebetroffene, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort über die richtigen Informationen verfügen – sei es über Therapiemöglichkeiten, Verhaltenstipps für den Alltag, den Pollenflug, über die Zusammensetzung von Lebensmitteln –, können besser mit ihrer Problematik umgehen. Das gemeinsame Ziel aller und dieser Kampagne ist es: Allergien durch Prävention möglichst zu verhindern und Menschen mit Allergien zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.