Schon in den 1980er Jahren wurden jene Aspekte mit «Frauengesundheit» bezeichnet, die Frauen ausschliesslich oder besonders häufig betreffen oder die in der gesundheitlichen Betreuung besondere Beachtung erfordern. Und immer wieder ist für Frauen damit «Frauenheilkunde» und Prävention verbunden. Dies kommt in dieser Ausgabe deutlich zum Ausdruck.

Körperliche Veränderung

Mehrere Beiträge betreffen jugendliche Frauen. In der Adoleszenz – mitten auf dem Weg ins Leben, bei der Entwicklung der eigenen Identität, der eigenen Rolle, der Berufswahl – sind sie mit körperlichen Veränderungen konfrontiert, dem sogenannten «zweiten Gestaltwandel». Dieser muss akzeptiert und ins eigene Selbstbild integriert werden.

Viele der damit verbundenen Fragen werden an Jugendgynäkologinnen und -gynäkologen herangetragen. Seit es möglich ist, sich gegen HPV-Infektionen impfen zu lassen, auch an Kinderärztinnen und Kinderärzte. Es ist auch die Lebensphase, in welcher eine gesundheitliche Sorge für sich in Gang kommt, welche lebenslang ein Thema bleiben wird.

Bis zum Alter von 18 Jahren hat die Hälfte der Schweizer Jugendlichen eine sexuelle Aktivität aufgenommen. Somit  sind junge Frauen damit konfrontiert, dass sie sich gegen ungewollte Folgen schützen müssen, was sie in hohem Masse auch tun.

Schwangerschaft Vorsorge

Die Häufigkeit von Schwangerschaftsabbrüchen bei 15- bis 19-Jährigen ist weltweit die tiefste. Seit Mitte der 1970er Jahren werden in der Schweiz noch zwischen 1,4 und 1,6 Kinder pro Frau geboren und derzeit liegt das Alter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes bei 31,6 Jahren.

Somit sind Frauen zunehmend älter, wenn sie Kinder haben, und eine die Gesundheit nicht gefährdende Verhütung ist von grosser Wichtigkeit.   

Der Wandel des Körpers setzt sich jedoch auch im Erwachsenenalter fort. Schwangerschaft und Mutterschaft sind eigentlich Extremformen körperlicher Transformationen. Schwangerschaft und Geburt – kann man diese noch denken ohne «Vorsorge»? Für den Wandel am Ende der fertilen Phase kennen wir den Begriff «Wechseljahre».

Wechseljahre

Auch sie wurden mit Prävention bedacht, lange auch eigentlich medikalisiert durch Hormontherapien, deren Stellenwert inzwischen begrenzt und klarer umrissen ist. Und mit zunehmendem Alter steigt die Bedeutung der Prävention für die später im Leben auftretenden chronischen Krankheiten: Die häufigsten, obwohl für ältere Frauen noch immer unterschätzt, sind die Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für diese ist gut belegt, dass ihre Prävention mit einer Verlängerung der behinderungsfreien Lebensjahre und somit einer höheren Lebensqualität einhergeht.

Brustkrebs

Erzielt wird dies mit den Klassikern des gesunden Lebensstils (körperliche Aktivität, Nichtrauchen, Vermeidung von Übergewicht) und der Kontrolle beziehungsweise der Behandlung von hohem Blutdruck. Etwa jede zehnte Frau in der Schweiz entwickelt in ihrem Leben Brustkrebs.

Wir haben zwar wenig in der Hand, das Auftreten von Brustkrebs zu verhindern, aber die Früherkennung ist inzwischen etabliert und das Mammografie-Screening in der Mehrheit der Kantone als Programm aufgebaut. Frauen mit Brustkrebs leben sehr lange mit dieser Krankheit. Sie benötigen Hilfestellungen im Umgang mit den komplexen Therapien, aber auch für das Leben mit Brustkrebs.

Osteoporose

Osteoporose liegt einem Grossteil der Hüft- und Wirbelfrakturen zugrunde, welche Frauen im Alter ab 65 Jahren erleiden. Diese Gefahr kann mit genügend Kalzium-Einnahme in der Ernährung und Vitamin-D-Einnahme reduziert werden.

Tabuthema Inkontinenz

Man muss davon ausgehen, dass Inkontinenz mehr als die Hälfte der älteren Bevölkerung betrifft. Dennoch ist es noch immer ein tabuisiertes Leiden.

Frauen sind davon etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Im späteren Alter ist es oft ein Grund für die Einweisung in ein Pflegeheim.

Eine Fülle Möglichkeiten also, präventiv, sprich vorsorglich mit Gesundheit umzugehen. Und Frauen tun gut daran, zu ihrer Gesundheit Sorge zu tragen. Sie können sich so ein gutes Stück an Lebensqualität erhalten.