Arthrose ist eine der häufigsten Gelenkserkrankungen weltweit. Wie kann man selbst das Erkrankungsrisiko reduzieren?

Vielfach sind es genetische Faktoren, die eine Arthrose begünstigen. Doch auch das eigene Verhalten kann einen Einfluss haben. Die beste Prävention ist deshalb, Unfälle zu vermeiden.

Immer mehr Menschen betreiben Sportarten ohne Rücksicht auf Verlust. Dabei kommt es regelmässig zu Gelenkschädigungen, die dann zu einer Arthrose führen können.

Sport ist doch aber etwas Positives?

Absolut. Aber nur dann, wenn man ihn umsichtig betreibt und sich seriös vorbereitet. Dann ist auch die Verletzungsgefahr massiv kleiner.

Mit welchen Einschränkungen haben Arthrose-Erkrankte zu kämpfen? 

Die primäre Arthrose befällt üblicherweise die Knie- und Hüftgelenke, die Fingermittel- und -endgelenke, das Daumensattelgelenk, das Grosszehengrundgelenk und die kleinen Wirbelgelenke der Hals- und Lendenwirbelsäule.

Sehr verbreitet ist etwa eine eingeschränkte Feinmotorik der Finger, welche beispielsweise Handarbeiten erschwert. Tritt die Arthrose an der Hüfte auf, sind unter Umständen selbst elementarste Bewegungen zur Körperpflege nur noch eingeschränkt möglich.

Sämtliche Bewegungsabläufe kosten sehr viel mehr Zeit und sind schmerzhaft.

Welche Therapiemöglichkeiten bieten sich Betroffenen?

Gelenkschonende Bewegungsabläufe zu trainieren, kann bereits stark zur Schmerzlinderung beitragen.

Zudem kann damit die Progression der Erkrankung verlangsamt werden. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ausreichend Kalzium, Vitamin C und D wirken sich ebenfalls positiv auf den Krankheitsverlauf aus.

Einerseits wollen sich Betroffene schonen, andererseits ist Bewegung elementar. Was ist der richtige Weg?

Das ist tatsächlich eine Gratwanderung und es gilt in jedem Fall neu zu beurteilen, wie viel ein Gelenk in einem bestimmten Stadium der Erkrankung aushalten kann.

Die Bewegung des Gelenks ist wichtig, weil dadurch Nährstoffe in den Knorpel gelangen und das gesamte Gelenk so besser versorgt wird und sich auch zu einem gewissen Teil regenerieren kann.

Welche Form von Bewegung ist förderlich? 

Regelmässige Bewegung, die keine Schmerzen verursacht, ist absolut empfehlenswert.

Vor allem gelenkschonende Bewegungsabläufe, wie etwa beim Schwimmen und Velofahren, bieten gute Möglichkeiten, aktiv zu bleiben. Wichtig ist es, auf seinen eigenen Körper zu hören und ihn nicht zu überfordern.

Was, wenn die Schmerzen zu stark sind?

Dann gibt es eine ganze Reihe an Schmerzmitteln in Form von Salben, Pflastern und Tabletten, welche die Leiden lindern können. In der frühen Phase der Arthrose haben sich Hyaluronsäurespritzen bewährt. Erst seit Kurzem gibt es zudem die Möglichkeit von Eigenblutspritzen. Beide Therapieformen sind nicht knorpelschädigend.

Eine Heilung ist dadurch allerdings auch nicht möglich? 

Leider nicht. Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung. Früher lautete das Motto «Ist der Knorpel einmal weg, ist er für immer weg». Forscher konnten nun aber beweisen, dass sich die Knorpel unter optimalen Bedingungen bei Patienten bis zum Alter von 65 Jahren wieder regenerieren können.

Leider sind die Methoden dafür noch nicht marktreif. Sind alle therapeutischen Massnahmen ausgeschöpft und sind die Einschränkungen und Schmerzen für den Patienten inakzeptabel, kann ein Gelenkersatz sinnvoll sein.