Bis zu einem Drittel der Reisenden...

...verbringen während einer Durchfallepisode ein bis zwei Tage ausschliesslich in der Nähe einer Toilette. Je nach Schweregrad und Dauer und dem Wert der Reise für den Betroffenen hat die Reisediarrhö auch bedeutende finanzielle Auswirkungen.

Die wichtigsten Risikofaktoren sind das Verhalten des einzelnen Reisenden und das Reiseziel. Die genaue Ursache einer Reisediarrhöepisode bleibt oft unbekannt. Am häufigsten sind, abhängig von der Jahreszeit und dem Reiseort, enterotoxische Escherichia coli (ETEC).

Zur Vorbeugung gilt in erster Linie...

...immer noch «Cook it, boil it, peel it – or forget it!» Die Befolgung solcher Ratschläge ist aber oft nicht einfach umsetzbar. Egal ob der Reisende seine Speisen bei einem Strassenhändler kauft oder die Mahlzeit im Hotelrestaurant einnimmt: Alles muss gekocht sein und noch heiss auf den Tisch kommen.

Wie zu Hause: Hände vor dem Essen mit Seife waschen, aber öffentliche Handtücher vermeiden. Getränke wie heisser Tee oder Kaffee sowie Wasser, Bier, Wein oder Erfrischungsgetränke aus versiegelten Behältern können ohne Bedenken getrunken werden. Auch die Zähne sollten mit Mineralwasser gespült werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die Schluckimpfung gegen Reisediarrhö und Cholera. Sie enthält abgetötete Vibrio cholerae und eine Untereinheit des Cholera-Toxins. Die immunologische Basis der gleichzeitigen Wirkung gegen Coli-Bakterien wird durch die Ähnlichkeit des Cholera-Toxins und des Entero-Toxins erklärt.

Therapeutisch muss, sobald Durchfall einsetzt, die verlorene Flüssigkeit ersetzt werden. Bei länger andauerndem Durchfall auch das verlorene Salz.

Dies gilt besonders für die Tropen und heisse Klimata. Dazu eignen sich zuckerhaltige Getränke aus versiegelten Flaschen, gezuckerter Tee oder Suppen. Kinder sind sehr viel empfindlicher auf Flüssigkeitsverlust als Erwachsene.

Zusätzlich können Durchfallstopper wie zum Beispiel Loperamid verwendet werden. Diese lindern zwar die Symptome, behandeln die Ursache jedoch nicht.

Bei offensichtlich aggressiveren Keimen mit länger andauerndem Durchfall, Bauchkrämpfen oder Fieber kann der Heilungsverlauf mit einem geeigneten Antibiotikum wesentlich beschleunigt werden.

Neben Durchfall kommen auch Parasiten vor. Infekte mit Giardia lamblia, Amöben oder Helminthen (Würmer) sind dabei nicht nur aus tropischen oder subtropischen Gebieten, sondern auch beispielsweise aus Europa zu erwarten.