Müde und abgespannt, Konzentrationsstörungen, brüchige Nägel, depressiv verstimmt, Haarausfall, eine blasse Hautfarbe: Solche kumulierten Symptome können, müssen aber nicht unbedingt ein Zeichen von Eisenmangel sein.

Was aber sicher zutrifft: Eisen ist ein unverzichtbares Spurenelement für unsere Gesundheit. Der Organismus braucht es für den Sauerstofftransport, für verschiedenste Stoffwechselvorgänge, und die Energieversorgung der Zellen.

Risikogruppen Frauen und Ältere

Ein Eisenmangel wird besonders häufig bei gebärfähigen Frauen wegen der Monatsblutung festgestellt. Noch ausgeprägter ist der Eisenmangel bei Schwangeren.

Eine Risikogruppe bezüglich Eisenmangel stellen ebenso ältere Menschen dar. Sie essen in der Regel weniger und einseitiger, wegen Kauproblemen oft auch weniger Fleisch. Ebenso sind gewisse Medikamente dafür verantwortlich, dass die Säurebildung im Magen blockiert wird. Gerade bei Magenschmerzen wird oft auf Medikamente zurückgegriffen, welche die Magensäure blockieren. Das hilft zwar zur Linderung der Magenschmerzen, verstärkt aber indirekt den Eisenmangel. Denn ein genügend saurer Magen ist Voraussetzung dafür, dass eisenhaltiges Essen optimal verarbeitet werden kann.

Ein gesunder erwachsener Mann sollte täglich etwa 1 bis 2 mg Eisen über den Darm zu sich nehmen, eine Frau wegen der Menstruation und dem damit verbundenen Blutverlust rund doppelt so viel. Die tatsächliche Zuführung von Eisen via Nahrung muss aber fünf bis zehnmal höher sein, weil die Darmschleimhaut nur einen Bruchteil des zugeführten Eisens aufnehmen kann.

Rotes Fleisch an erster Stelle

Was aber soll jemand konkret essen, damit der Körper genügend Eisen erhält? Viel, sogenanntes Häm-Eisen befindet sich vor allem in rotem Fleisch und Innereien. Blutwurst und Schweineleber rangieren, was den Eisengehalt anbetrifft, auf den vordersten Plätzen. Zu empfehlen sind auch Fisch, Meeresfrüchte und Geflügel. Häm-Eisen zeichnet sich dadurch aus, dass es etwa dreimal besser vom Körper aufgenommen wird als pflanzliches Eisen. Ausserdem ist Eisen in pflanzlichen Lebensmitteln weitaus geringer konzentriert.

Dennoch brauchen Vegetarier mit Eisenmangel nicht zu verzweifeln. Eine durchaus ergiebige Eisenquelle für pflanzliche Lebensmittel sind Hülsenfrüchte wie Linsen oder Kirchenerben und ansatzweise auch Spinat. Vitamin C fördert die Resorption. Die Aufnahmefähigkeit des Eisens erhöht sich, wenn zum Essen ein Glas Orangen- oder Zitronensaft getrunken wird.

Ernährungsumstellung reicht nicht immer

Wenn der Eisenspeicher im Körper bereits leer ist, lässt sich ein Eisen-Defizit allerdings nicht mehr alleine mit einer Ernährungsumstellung ausgleichen. Auch Nahrungsergänzungsmittel und eisenhaltige Säfte können den Rückstand nicht  aufholen, da der Körper die benötigte Eisenmenge nicht mehr rechtzeitig aufnehmen kann. Ein extremer Eisenmangel gehört in medizinische Hände. Vor einer Behandlung wird der Arzt herauszufinden versuchen, worauf der Eisenmangel genau zurückzuführen ist. Aufschluss ergibt am besten eine Blutuntersuchung mit der Messung von Hämoglobinwert und Ferritin.

Als therapeutische Massnahmen bieten sich zwei Möglichkeiten an: Erstens Tabletten und zweiten Injektionen oder Infusionen. Eine Behandlung mit Eisentabletten muss über mehrere Monate konsequent durchgeführt werden. Gewisse Nebenwirkungen wie Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen als auch Magen-Darmprobleme sind nicht auszuschliessen.

Wird die Eisenlösung vom Arzt in die Vene gespritzt oder als Infusion verabreicht, kann auf diesem Weg der Darm – im Gegensatz zu den Tabletten – umgangen werden. Je nach Bedarf, kann eine einzige Anwendung bereits genügen, um den Körper mit der benötigten Menge an Eisen zu versorgen. Diese Vorgehensweise ist in Medizinerkreisen teilweise umstritten, in seltenen Fällen wird von schweren allergischen Schocks berichtet. Eine Eiseninfusion ist nur bei Unverträglichkeit oder einer fehlenden Wirkung von Eisentabletten angezeigt.