Gibt es individuelle Unterschiede, was ein richtiges Training für einzelne Menschen ist?

Sicher, jeder Mensch ist anders und jeder Mensch hat seinen eigenen «Rucksack», den er mit sich trägt. Selbstverständlich gibt es Grundlagen, welche für alle Menschen gleich sind, aber je individueller die einzelnen Trainingsziele sind, umso individueller ist der Weg dorthin.

Es ist auch so, dass nicht jedes Training für jeden Menschen gleichermassen geeignet ist. Alter, Gesundheits- und Formzustand, soziales Umfeld (Stress, Schlaf) etc. haben massgeblich Einfluss auf das Bewegungsprogramm eines Menschen.

Fakt ist einzig, dass in unseren Breitengraden die meisten Menschen unter Bewegungsarmut und den damit verbundenen nichtübertragbaren Krankheiten leiden.

Wie findet man das für sich richtige Training?

Ein perfekt auf sich abgestimmtes Training ist wie ein auf sich zugeschnittener Massanzug. Es braucht Beratung durch eine Fachperson, welche einem nach einer seriösen Bestandsaufnahme (Anamnese) über einen momentanen Ist-Zustand ein individuelles Training zusammenstellen kann.

Was ist eine gesunde Trainingshäufigkeit, -dauer und -intensität?

Auch dies ist individuell. Wichtig ist, dass man nicht «nur» das Training anschaut, sondern sich eine Auslegeordnung über seine gesamte Lebenszeit macht.
Alleine mit zwei bis drei Stunden Training in der Woche ist die nötige Bewegung bei Weitem nicht gegeben. Deshalb ist es wichtig, auch im täglichen Leben Bewegungs- und Entspannungsinseln einzubauen. Auch hier sollte ein guter Fachmann die möglichen Vorschläge für eine gesamtheitliche, gesunde Lebensstilberatung bieten können.

Wie muss man das Training aufbauen?

In erster Linie muss das Training auf den jeweiligen Formzustand angepasst werden. Dies ist auch der Grund, weshalb vielmals ein Eintritts-Testing oder Einstiegstraining gemacht wird, um eine geeignete Belastungsintensität festzulegen, bei der das Training einen Sinn hat.

Tendenziell trainieren viele Einsteiger mit einer viel zu hohen Belastung, und dies ist dann eher kontraproduktiv.

Auf welche Krankheiten und Beschwerden wirken Training und Fitness präventiv?

Nun, wie schon anfangs erwähnt, leidet ja bereits eine grosse Bevölkerungsgruppe in der Schweiz unter dem Einfluss von Bewegungsmangel und den Folgekrankheiten: Übergewicht, Bluthochdruck, Rückenschmerzen etc.

Prinzipiell wirkt gesundheitsorientiertes Kraft- und Fitnesstraining gegen alle diese Krankheiten. Aber man muss sie auch regelmässig betreiben sowie seine anderen Lebensbereiche dazu ergänzen.

Kann man mit Fitness und Training auf bestehende Krankheiten und Beschwerden reagieren?

Sicher. Der grosse Vorteil bei Beschwerden am aktiven Bewegungsapparat (Muskeln etc.) ist, dass durch ein regelmässiges Krafttraining in relativ kurzer Zeit (acht bis zwölf Wochen) signifikante Verbesserungen erreicht werden können. Dies ist vor allem bei Menschen mit Rückenbeschwerden oder Nackenverspannungen häufig zu beobachten.

Auch ist sicher Übergewicht, welches vor allem durch den Bewegungsmangel und den dadurch entstandenen Muskelschwund entstanden ist, eine Krankheit, welche durch ein regelmässiges Fitness- und Bewegungstraining erfolgreich bekämpft werden kann.

Und wie trainiert man bei diesen Beschwerden am besten?

Wenn Beschwerden vorliegen, ist es wichtig, dass man für die Betreuung nur ausgebildete Fachpersonen zurate zieht.

Dies sind ausgebildete Trainer, welche einen staatlichen EFZ-Abschluss oder einen eidgenössischen Fachausweis haben und so auch die Fachkompetenz besitzen, um auf solche Interventionen richtig zu reagieren.

Hier gilt es für die entsprechende Person ein individuelles Bewegungs- und Kräftigungsprogramm auszuarbeiten, das auf den jeweiligen Problemfall zugeschnitten ist.