Der diabetische Fuss ist eine häufige Folgeerkrankung eines langfristig überhöhten Blutzuckerspiegels bei Diabetes.  «Ist der Blutzuckerspiegel über Jahre hinweg zu hoch, kann dies einerseits Nervenschädigungen zur Folge haben, die sogenannte Polyneuropathie, andererseits eine Schädigung der Blutgefässe.

Die Therapie eines diabetischen Fusses besteht zuallererst darin,die Ursache, nämlich den Diabetes, zu behandeln

Diese Schädigungen wiederum können Durchblutungs- und Empfindsamkeitsstörungen nach sich ziehen», erklärt der Orthopäde Dr. Thomas Böni. Besonders tückisch sind diese Empfindungsstörungen in den Füssen.

«Ohne funktionierendes Schmerzempfinden ist man nicht geschützt. Die Betroffenen nehmen Schmerzen, Druck durch zu enge Schuhe und Temperaturunterschiede schlechter wahr und sind dadurch anfällig für Verletzungen, die unbemerkt und unbehandelt bleiben», weiss Böni. Dadurch können banale Verletzungen zu gefährlichen Infektionen führen.

Im schlimmsten Fall droht die Amputation

Die Therapie eines diabetischen Fusses besteht zuallererst darin, die Ursache, nämlich den Diabetes, zu behandeln. «Besonders Patienten mit einem Typ-2-Diabetes wissen häufig gar nicht, dass sie an Diabetes leiden, und haben über Jahre hinweg viel zu hohe Blutzuckerwerte», so Dr. Böni. Ist die Durchblutung schon stark eingeschränkt, kommen Medikamente zum Einsatz.

Infektionen müssen mit Antibiotika behandelt werden, offene Stellen und Geschwüre müssen täglich steril gereinigt und verbunden werden. Eine Operation kann erforderlich werden, wenn schwerwiegende Fehlstellungen oder Infektionen anderweitig nicht in den Griff zu bekommen sind. Wird ein diabetischer Fuss jedoch zu spät behandelt, droht die Amputation.

Dabei ist der diabetische Fuss die häufigste Ursache für nicht-unfallbedingte Amputationen! Damit es nicht so weit kommt, können die Betroffenen einen grossen Beitrag leisten: Zum einen sollten sie sich um gute Blutzuckerwerte kümmern, zum anderen um ihre Füsse.

«Wichtig ist, dass die Patienten regelmässig ihre Füsse auf Verletzungen untersuchen. Die Fusspflege sollte nur bei einem Podologen durchgeführt werden», rät der Facharzt.

Wenn man dennoch spürt, dass die Empfindungen im Fuss nachlassen oder es bereits zu Infektionen am Fuss gekommen ist, muss man sofort zum Arzt. Denn, je früher ein diabetischer Fuss erkannt und behandelt wird, desto höher sind die Erfolgsaussichten.