Ein knappes Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Grund genug, ein Schlafsystem zu wählen, das unseren individuellen Bedürfnissen am besten gerecht wird. Im Wandel der Zeit gab es hierzu freilich verschiedene Ansichten. Vom Lehmboden über das Strohbett und einfache Matratzen ist die Menschheit inzwischen bei modernen Liegekonzepten angelangt, Wasser- und Luftbetten. Dabei sind zwei Faktoren entscheidend: das Klima eines Bettsystems und die so genannte Ergonomie. Das Klima, also der Wärme- und Feuchtigkeitshaushalt, lässt sich über das Material und die Kontakttextilien steuern. Hochwertige Schlafsysteme setzen vermehrt auf Seide- und Kapokfasern, die sich sehr gut mit Baumwolle, Schurwolle und synthetischen Fasern kombinieren lassen.

Körper entlasten
Eine gute ergonomische Schlafunterlage soll exponierte Körperpartien wie Schulter oder Hüfte so entlasten können, dass kein Druck ausgeübt wird. Gleichgültig, welche Schlafposition wir einnehmen, immer muss der ganze Körper in seiner natürlichen Form stabilisiert und der Druck gleichmässig auf die ganze Aufliegefläche verteilt werden. Wer die Schlafqualität optimiert, optimiert auch die Lebens­qualität. Dies kann nur direkt am Körper geschehen, also der Körperform folgend. Ist gesunder Schlaf also eine Frage des Systems? Zu lange haben wir uns damit zufrieden gegeben, dass Matratzen allein nicht elastisch und flexibel genug sind, und ihnen deshalb mit Federkernen, Holzlatten, Gumminoppen oder anderen mehrstufigen Hilfskonstruktionen etwas mehr Elastizität «beigebracht». Der Körper hat jedoch wenig davon, wenn sich 30 Zentimeter von ihm entfernt irgendwelche Holzlatten auch noch mitverbiegen. Der ideale Druckausgleich am Körper lässt sich damit beim besten Willen nicht erreichen.

Luftbetten lassen schweben
Wie sieht also die praktische Lösung dieses komplexen Problems aus?  Nur zwei Medien können aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften eine gleichmässige Druckverteilung ermöglichen: Wasser und Luft. Bei weniger dynamischen Materialien wie Schaumstoff und Metallfedern müssen Kompromisse eingegangen werden. Luftschlafsysteme benötigen im Gegensatz zu Wasserbetten keine Heizung und sind in der Handhabung wesentlich angenehmer. Zudem leitet Luft keine Bewegungsenergie weiter und lässt den Partner deshalb nicht jede Bewegung mitspüren. Der Körper «schwebt» auf der reinen Luft. Das genügt – weitere Hilfs-Ausgleichsstufen und -konstruktionen sind nicht erforderlich. Dass Luftbetten auch noch ökologisch funktionieren – das heisst ohne Strom, ohne Chemie, geräuschlos und wartungsfrei – dürfte für viele Benutzer ein sehr willkommener Zusatzaspekt sein.
Durch Luftbetten entstehen weniger schmerzhafte Druckflächen. Durch die optimale Unterstützung können sich die Rückenmuskeln entspannen, die Bandscheiben werden entlastet. Speziell bei orthopädischen Krankheiten wie degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen und Hüftarthrosen werden damit Schlafdauer und -qualität verbessert.

Komponenten können einzeln getauscht werden
Das richtige Bett zu finden, ist alles andere als einfach, Fehlinvestitionen sind teuer. Der Körper signalisiert meistens erst nach ein paar Wochen, ob das richtige Bett gewählt wurde oder nicht. Bei Luftbetten können teilweise die einzelnen Komponenten jederzeit ausgetauscht werden – zum Beispiel die Textilien – ohne gleich das ganze System wechseln zu müssen. Verschiedene Reha-Kliniken und kundenorientierte Hotels haben schon gemerkt, dass ihre Gäste allein schon deshalb wieder kommen, weil sie endlich einmal gut geschlafen haben. So erleichtert ein Luftbett also nicht nur den Schlaf – es kann zudem als gutes Investitionsobjekt dienen.­