Wir leben durch die Bewegung

Schon die Römer pflegten zu sagen „mens sana in corpore sana“ was so viel heisst wie „gesunder Geist in gesundem Körper“. Unser Körper lebt durch eine dauernde Sauerstoff- und Nährstoffversorgung.

Unser Herz, welches Blut durch die Adern pumpt, übernimmt lediglich 10 Prozent der nötigen Nährstofftransporte. Durch einen 60 kg schweren Menschen fliessen 6 Liter Blut. 90% unserer Körpermasse liegen ausserhalb oder zwischen den Blutgefässen und nur durch den Einsatz unseres Bewegungsapparates werden die Nährstoffe an die notwendigen Orte in unserem Körper gebracht.
 

Wir leben durch die Bewegung! Jede Körperbewegung und jede Haltungsveränderung führt zu wechselnden Druckverhältnissen im Gewebe.


Durch das Anspannen und wieder Entspannen der Muskeln werden die Gefässe zusammengedrückt. Es entstehen Strömungen und dadurch können unsere Gewebe ernährt und Stoffwechselendprodukte abtransportiert werden.

Inaktivität als gesundhetlicher Risikofaktor

Unser Körper wurde konzipiert um durch die Steppe zu streifen, Früchte zu Sammeln, Felder zu bebauen und Tiere zu jagen. Diese Zeiten sind zumindest in den Industrieländern längst vorbei. Unsere Tätigkeiten bestehen zur Hauptsache aus stundenlangem Sitzen oder Stehen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört Inaktivität weltweit zu den wichtigsten gesundheitlichen Risikofaktoren. Durch mangelnde Bewegung steigt das Risiko von Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislaufstörungen oder Gelenkserkrankungen. Es gilt, unserem Bewegungssystem gezielt den nötigen Ausgleich zu geben und eine ausreichende Versorgung des Körpers sicherzustellen.

Dabei sind in den Alltag eingebaute Übungen wirkungsvoller als ein mehrstündiges Sportprogramm einmal im Monat. Am späten Vormittag, zur Mittagszeit und am Nachmittag sollten Arbeitspausen mit Ausgleichsbewegung eingelegt werden.

Möglichkeiten gibt es viele, sie sind idealerweise auf die individuelle Arbeitssituation anzupassen. Eine Büroangestellte benötigt eine andere Entlastung als ein Mechaniker in der Fertigungshalle.

Wir integrieren im Verlauf unseres Lebens verschiedene Routinetätigkeiten wie das Zähneputzen nach jeder Mahlzeit, die tägliche Dusche oder das regelmässige Schneiden der Fingernägel in unseren Alltag.

So sollten wir es auch mit der Bewegung tun, am besten bevor erste Beschwerden da sind. Sobald Rückenschmerzen, Nackenverspannungen oder Gelenksbeschwerden einsetzen, ist es höchste Zeit etwas zu unternehmen. Dann ist es ratsam, einen Bewegungsprofi zu Rate zu ziehen.

Bewegung im Arbeitsalltag

Fachleute Bewegungs- und Gesundheitsförderung beraten vor Ort und bringen ihren Kunden bei, die nötige Bewegung in ihren Arbeitsalltag zu integrieren.

Das Trainingsprogramm wird an die Arbeitsbelastung angepasst, damit ein idealer Ausgleich stattfinden kann. Wer lieber in der Gruppe trainiert, sucht sich ein regelmässig stattfindendes, gesundheitsförderndes Bewegungsangebot. In Gesundheits- und Bewegungscentern finden sich etliche Kurse wie Rückengymnastik, Pilates oder Functionaltraining.

Verschiedene Krankenversicherer unterstützen mit einem Kostenbeitrag aus der entsprechenden Zusatzversicherung solche Präventionsmassnahmen. Auch sie haben die Notwendigkeit von Bewegung erkannt und sind mittels ausgeklügelten Präventionsprogrammen und Bonussystemen bemüht, Herrn und Frau Schweizer zu motivieren, verstärkt auf die Gesundheit zu achten.

Rückenwind erhalten sie dabei durch die NCD-Strategie des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Das BAG proklamiert...

...dass nichtübertragbare Krankheiten (non-communicable diseases, kurz NCDs) durch einen gesunden Lebensstil wie genügend Bewegung, ausgewogene Ernährung und genügend Entspannungsmomente vermieden oder deren Folgen vermindert werden können. Zu diesen Krankheiten zählen Atemwegserkrankungen, Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Muskuloskelettale Erkrankungen.

Das BAG schreibt im Strategiepapier, dass die Präventionsaktivitäten so konzipiert und durchgeführt werden sollen, dass den Bedürfnissen der Menschen, ihren Lebenswelten und ihren Lebensbedingungen Rechnung getragen werden kann. Zudem sollen alle Menschen, unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status befähigt werden, einen gesunden Lebensstil in einem gesundheitsfördernden Umfeld zu pflegen.

Private und staatliche Institutionen ermuntern uns, der Gesundheit Sorge zu tragen, unseren Bewegungsapparat zu pflegen, indem wir ihn täglich bewegen.

Nur so schaffen wir es, möglichst lange und beschwerdefrei zu leben. Geben wir also unserem Bewegungssystem den so wichtigen Ausgleich. Ich kann Sie, liebe Leserinnen und Leser nur dazu ermuntern, sofort damit zu beginnen.

Sobald Sie Ihrem Körper die entsprechende Dosierung an Bewegung geben, werden Sie den Unterschied spüren. Ihre Lebensgeister werden davon profitieren, Ihr Wohlbefinden wird es Ihnen danken – denn solange wir uns bewegen, solange existieren wir!