«Im Gegensatz zum OSAS kommt es beim einfachen Schnarchen nicht zu einem totalen Kollaps des Rachens. Es treten also keine Hypo- oder Apnoen beziehungsweise Aufwachreaktionen mit erhöhter Tagesmüdigkeit auf», sagt PD Dr. Malcolm Kohler. Schätzungsweise 5 Prozent der Erwachsenen im mittleren Alter leiden unter einem klinisch bedeutsamen OSAS, mildere Formen der obstruktiven Schlafapnoe ohne signifikante Tagessymptome werden bei bis zu 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung diagnostiziert.

Erhöhtes kardiovaskuläres ­Risiko
Beim OSAS versucht der Patient, gegen die verlegten oberen Atemwege einzuatmen. Da dies bei verschlossenen Atemwegen nicht oder nur partiell gelingt, kommt es zu Atemstillständen mit Sauerstoffsättigungsabfällen im Blut und einer Aufwachreaktion. Ebenso wird ein negativer Druck im Brustkorb aufgebaut mit Auswirkungen auf die Hauptschlagader und das Herz. Aufgrund von Beobachtungen besteht ein Zusammenhang zwischen OSAS und vaskulären Ereignissen wie etwa dem Myokardinfarkt. «Da Übergewicht der wichtigste Risikofaktor für OSAS ist, wäre eine Gewichtsreduktion bei den meisten Patienten angezeigt», betont Kohler. Das gelingt mit konservativen Massnahmen jedoch nur bei wenigen Patienten. Eine chirurgische gewichtsreduzierende Therapie ist nur bei schwer übergewichtigen Menschen angezeigt.

Verschiedene Therapien
Das OSAS kann mit einer kontinuierlichen Überdruckbeatmung behandelt werden. Dabei wird durch eine Turbine ein Luftstrom erzeugt, der über einen Schlauch und eine Maske während des Schlafens appliziert wird. Dieser Luftstrom erzeugt einen positiven Druck in den oberen Atemwegen und verhindert damit den Kollaps der Atemwege. Bei Patienten, welche diese Therapie nicht tolerieren, kann als Alternative eine Kieferspange während der Nacht eingesetzt werden. Operative Verfahren sind nur bei Patienten mit anatomisch pathologischen Befunden, etwa bei abnormer Vergrösserung der Mandeln oder schweren Kieferfehlstellungen indiziert.