Zielgruppe Wirtschaft

Der Bund hat mit der NCD-Strategie den Volkskrankheiten den Kampf angesagt. Einzelne Risikofaktoren nichtübertragbarer Erkrankungen sind auch lebensstilbedingt: Übergewicht, mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung und psychosoziale Risikofaktoren wie Stress. Die gesundheitliche Belastung am Arbeitsplatz hat in der Schweiz in den letzten Jahren zugenommen. So geben 25 bis 30 Prozent der Erwerbstätigen in der Schweiz bei Befragungen an, dass sie sich häufig oder sehr häufig gestresst fühlten. Dies sind 30 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen können einen positiven Einfluss auf den Lebensstil von Arbeitnehmenden (in der Schweiz circa 5 Millionen Arbeitsplätze, 3,8 Millionen Vollzeitäquivalente) ausüben. Aus diesem Grund wird in der NCD-Strategie mit dem Massnahmenbereich «Prävention in Wirtschaft und Arbeitswelt» die Zielgruppe Wirtschaft bewusst und zielgerichtet angegangen.

Wertsteigerung für Unternehmen

Die stressbedingten Erkrankungen haben ein ökonomisches Potenzial, welches für die Betriebe in der Schweiz im Jahr 2016 auf rund 5,7 Milliarden Schweizer Franken geschätzt wurde. Berücksichtigt wird dabei einerseits die verbesserte Arbeitsleistung durch weniger gesundheitliche Probleme während der Arbeit. Anders ausgedrückt spricht man von Minderleistung durch Präsentismus, also von Personen, die zwar der Arbeit nachgehen, jedoch nicht ihre volle Leistung bringen. Hinzu kommt die Reduktion von Fehlzeiten. Unternehmen können dieses Potenzial auch für sich ausnutzen. Einige Organisationen, welche sich der gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen angenommen haben, konnten feststellen, dass sie durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement die Gesundheit und dadurch auch die Leistungsfähigkeit ihrer Arbeitnehmenden steigern konnten. Dies wirkt sich auf den finanziellen Erfolg und damit auf den Unternehmenswert aus.

Umsetzung in den Betrieben

Bei der Umsetzung von Massnahmen sind folgende Punkte von zentraler Bedeutung:

  • Freiwilligkeit der Massnahmen und Ermutigung zur Eigenverantwortung
  • Systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement

Ermutigung zur Eigenverantwortung ist deshalb wichtig, weil der Lebensstil nicht nur bei der Arbeit, sondern durch das Privatleben geprägt wird. Der Einfluss des Arbeitgebers nimmt dort jedoch ab.

Die Wichtigkeit der Systematisierung liegt darin, dass die Wirksamkeit und die Nachhaltigkeit der Massnahmen sichergestellt werden, weil im Vorfeld die Handlungsfelder klar identifiziert werden und so eine Massnahmenumsetzung nach dem Giesskannenprinzip vermieden wird.

Ein erfolgreicher Ansatz ist das Label Friendly Work Space, welches Unternehmen mit einem ganzheitlichen und nachhaltigen Gesundheitsmanagement auszeichnet.