Ursachen und Vorbeugung

Wer wenig rotes Fleisch isst, sich ausgewogen ernährt und drei Mal pro Woche Sport treibt, tut bereits viel zur Vorbeugung von Prostatakrebs. Pflanzliche Präparate wie Kürbiskerne haben aus wissenschaftlicher Sicht aber keinen positiven Einfluss, das Velofahren oder dessen Unterbindung keinen negativen. «Man weiss, dass die ethnische Zugehörigkeit eine Rolle spielt», sagt Dr. med. Rolf Gerber, Facharzt für operative Urologie am Spital Lindenhof in Bern. «Leider weiss man nicht, weshalb. Auch muss es eine Verbindung mit Lebensumständen und der Umwelt geben, der wir noch nicht auf der Spur sind. Und die familiäre Genetik spielt ebenfalls eine Rolle, die wir noch nicht genau kennen.»

Symptome und Behandlung

«Man merkt nichts, wenn ein Prostatakrebs wächst», sagt Gerber. «Das ist heimtückisch. Deshalb muss die Strategie Vorsorgeuntersuchung heissen.» Besonders Männer mit Fällen in der Familie sollten sich im Alter zwischen 40 und 45 Jahren ein erstes Mal untersuchen lassen. Dazu gibt es den PSA-Test, der derzeit der einzig verfügbare Marker ist, um das Risiko abschätzen zu können. Dennoch ist seine Trefferquote nicht sehr genau. Deshalb empfiehlt Gerber eine Kombination mit einer Abtastung der Prostata. Spürt er eine Verhärtung, kann er reagieren. Wenig aggressive und kleine Prostatakarzinome können aktiv beobachtet werden und verlangen nur in jedem dritten Fall irgendwann eine Operation oder Bestrahlung. Eine gute Nachkontrolle ist aber sehr wichtig. «Aufgrund von Vorsorge-Untersuchungen konnten wir die Sterblichkeit in den letzten 25 Jahren um rund 20 Prozent senken», sagt Gerber.

Therapieentscheid

Ist eine Therapie nötig, empfiehlt Gerber Zentren für Prostatakrebs: «Es gibt heute sehr viele Möglichkeiten zur Behandlung, in jedem Stadium. Ein multidisziplinäres Kompetenzzentrum, wo Urologen, Onkologen und Radio-Onkologen und deren Know-how zusammenkommen, verspricht eine bestmögliche Behandlung.» Die Patienten fordert Gerber auf, den Chirurgen zu fragen, wie viele Männer er schon erfolgreich operierte und wie viele davon kontinent oder potent blieben, da das Resultat einer Operation von der Erfahrung des Urologen abhängt.