Beschränken wir unsere Sichtweise nun auf eine sportliche Tätigkeit.

Während einer sportlichen Betätigung (oder Stress – denn Sport ist Stress) ist es relativ schwierig für den Körper, seine eigene Schmerzgrenze zu erkennen. Dies, da unsere Körpersignale aufgrund unserer Betätigung in einer Art «Alarmzustand» weilen. Dieser Alarmzustand ist zu vergleichen mit einer «Kampf-/Fluchtebene», welche unser Körper aus der Evolution mitgebracht hat und tief in uns funktioniert.

Während dieser «Kampf-Phase» unterdrückt unser Körper Schmerzen und unterstützt den Körper mit körpereigenen, schmerzstillenden Endorphinen (Hormonen), um uns im Kampf so gut als möglich zu unterstützen.

Dies kann sich positiv Sinn mit einer körperlichen Anpassung (Körper wird stärker) oder auch negativ, durch eine Überlastung des Körpers, ausdrücken.

Dieses System wird als vegetatives Nervensystem bezeichnet und ist für die Aufrechterhaltung des inneren Gleichgewichts (Homöostase), die lebenswichtigsten Vitalfunktionen wie Herzschlag, Atmung, Verdauung und Stoffwechsel verantwortlich und steuert diese.

Dem vegetativen Nervensystem untergliedert man zwei «Helfer», welche sich die Bereiche «Kampf» (Sympathikus) und «Erholung» (Parasympathikus) geteilt haben.

Wobei der Parasympathikus  als «Erholungsnerv» bezeichnet wird, da er dem Stoffwechsel, der Erholung und dem Aufbau körpereigener Reserven dient. Der Sympathikus seinerseits hat im Rahmen dieser Gesamtsteuerung meist eine ergotrope Wirkung, das heisst, er erhöht die nach aussen gerichtete Aktionsfähigkeit bei tatsächlicher oder gefühlter Belastung. Er ist also für den «Kampfmodus» verantwortlich.

Die meisten unserer Organe werden von einem dieser beiden Systemen gesteuert, die als Gegenspieler einander ergänzend wirken und dadurch eine äusserst feine unwillkürlich steuerbare Regulation der Organtätigkeit ermöglichen.

Dieses System ist sehr sensibel und reagiert nach einer aktiven Phase, zum Beispiel ein hartes Training oder ein gestresster Arbeitstag, mit einer regenerativen Pause, um seine Funktionen wieder aufbauen zu können.

Da aber in unserer heutigen Zeit immer weniger dieser regenerativen Zeitinseln und damit die Möglichkeit unseres Parasympathikus, den Organismus regenerieren zu lassen, zur Verfügung stehen, baut unser Körper mehr ab als auf.
Nicht einmal mehr im Schlaf kann unser Körper richtig regenerieren, da Fernseher im Zimmer, Handy auf dem Nachttisch etc. eine ständige Präsenz bis zur letzten Minute des Sympathikus aktivieren.

Der Körper arbeitet praktisch pausenlos im Kampf-Modus und steuert auf eine kontinuierliche Überlastung zu.

Diese kann neben Erschöpfung auch körperliche Schmerzen auslösen wie zum Beispiel Verspannungen, Gliederschmerzen und Verdauungsprobleme.

Eine wichtige Komponente, das Gleichgewicht wiederherzustellen, sind Veränderung seiner Lebensgewohnheiten (gesunder Lebensstil) und eine gezielte Bewegungs-/Trainings-Förderung.

Diese ganzheitliche Lebensstilberatung benötigt allerdings eine Fachperson.

Gerade in der sportlichen Betätigung ist eine gezielte Betreuung wichtig, damit Ihr Training nicht zur zusätzlichen Hypothek Ihres Körpers wird, sondern hilft, Ihre Erholung richtig einzuplanen. Diese kann Ihnen aber nur eine gut ausgebildete Fachperson, zum Beispiel EFZ Fachmann/-frau Bewegungs- und Gesundheitsförderung oder Mitarbeiter in einem zertifizierten Fitnesscenter (www.fitness-guide.ch), vermitteln.

Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen, wenn Sie sich sehr gestresst fühlen und sich sportlich betätigen möchten, eine der oben genannten Fachpersonen zu Rate zu ziehen – denn es geht schlussendlich um Ihre Gesundheit.