In den letzten Jahrzehnten hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung in der Schweiz stark erhöht. Überschattet wird diese positive Entwicklung von der Zunahme von Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Schlaganfällen, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zusammengefasst werden diese Leiden unter «nichtübertragbare Erkrankungen» oder NCD, abgeleitet vom englischen Begriff noncommunicable diseases. Diese Krankheiten verursachen Leiden, vermindern die Lebensqualität und führen oft zum vorzeitigen Tod.

Wir können etwas dagegen unternehmen!

Daraus folgen hohe volkswirtschaftliche Kosten, für die die Gesellschaft aufkommen muss und die in Zukunft noch massiv zunehmen werden. In der Schweiz werden heute rund 80 Prozent der Gesundheitskosten durch NCD verursacht.

Für die Akteure des Gesundheitswesens steht aber auch das Leid jeder einzelnen Person im Zentrum. Über 40 wichtige und gewichtige Akteure der Gesundheitsförderung und der Gesundheitsversorgung der Schweiz haben sich daher zur Allianz «Gesunde Schweiz» zusammengeschlossen, welche sich als Drehscheibe zwischen Fachorganisationen, Politik und Wirtschaft für die Verbesserung der gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen in unserem Land einsetzt.

Insbesondere unterstützt die Allianz die Bemühungen des Bundesrates, die Vorsorge im Bereich der nichtübertragbaren Krankheiten zu verbessern.
Denn: Wir stehen diesen drohenden Krankheiten nicht machtlos gegenüber.

Mit einem vergleichbar kleinen Aufwand können wir uns vor NCD schützen. Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, höchstens mässiger Alkoholkonsum und Verzicht auf Tabak tragen dazu bei, länger gesund zu bleiben und später oder gar nicht an einer NCD zu erkranken.

Wichtige Rolle der NGOs

Wo setzen die Allianz «Gesunde Schweiz» und ihre Mitgliederorganisationen an? «Zahlreiche Angebote werden heute vom staatlichen Gesundheitswesen nicht erbracht», sagt Hans Stöckli, Ständerat und Präsident der Allianz «Gesunde Schweiz» und der Gesundheitsligen-Konferenz GELIKO.

«Wir springen dort ein, wo es uns braucht.» Beispielsweise führen die Mitglieder der GELIKO pro Jahr gegen 400'000 Beratungen durch. Angebote reichen vom «Krebstelefon» der Krebsliga über die Sprechstunde «Hirnschlag» der Herzstiftung bis zu Rechtsberatungen, wenn es beispielsweise um Fragen zu IV-Renten oder zum Arbeitsrecht geht.

Wir stehen diesen drohenden Krankheiten nicht machtlos gegenüber

Verschiedene NGOs bieten jährlich auch mehrere Tausend Kurse für Betroffene und Angehörige an: Damit Kinder mit schweren Allergien an Schulen, in Kindergärten und Tagesstätten mit dem nötigen Fachwissen betreut werden, führt beispielsweise das aha! Allergiezentrum Schweiz Schulungen für Lehrpersonen und Erziehende durch.

Ein weiteres Beispiel ist das Programm DIAfit von Diabetesschweiz, das Diabetes-Patientinnen und -Patienten zu mehr Bewegung, gesünderer Ernährung und Gewichtsreduktion verhilft. «Damit können wir das Risiko von Komplikationen des Diabetes vermindern», erklärt Doris Fischer-Täschler, Geschäftsführerin von Diabetesschweiz. «Gleichzeitig erhöhen wir die Lebensqualität der Betroffenen.»

Vision einer gesunden Schweiz

Diese Beispiele zeigen, dass die NGOs mit ihrer Nähe zur Bevölkerung einen wichtigen Pfeiler des Schweizer Gesundheitswesens bilden. Sie bringen viel Fachwissen und Erfahrung mit. Mit ihrem Engagement erhofft sich die Allianz mittel- und langfristig eine Kostenersparnis für das Gesundheitswesen.

Ursula Zybach, Präsidentin von Public Health Schweiz und Vize-Präsidentin der Allianz «Gesunde Schweiz», verweist in diesem Zusammenhang auch auf die kostengünstige Arbeit der NGOs: «Ein grosser Teil der Arbeit wird von Freiwilligen erbracht.» NGOs erhalten oft nur einen kleinen Prozentsatz ihrer Einnahmen aus der öffentlichen Hand.

Dass die Allianz aber weit mehr bietet als günstige Arbeit durch Freiwillige und Spenden, zeigt Hans Stöckli: «Wir haben die Vision einer gesunden Schweiz. Diese Vision tragen wir aktiv und mit viel Engagement ins Parlament und in die Bevölkerung!»