Laut des amerikanischen Agrarministeriums werden weltweit 175 Millionen Tonnen Zucker pro Jahr produziert. Doch schon Kleinstkinder wissen, dass zu viel Zucker schädlich ist und neben Karies und Übergewicht auch andere negative Auswirkungen auf den Körper haben kann.

Täglicher Zuckerkonsum

Die meisten Schweizer konsumieren täglich Zucker. Nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte unser Zuckerkonsum zehn Prozent des täglichen Kalorienbedarfs nicht überschreiten. In Zahlen bedeutet dies, dass ein Erwachsener (mit einem Kalorienverbrauch von rund 2500 Kilokalorien) täglich nicht mehr als 25 Gramm Zucker zu sich nehmen dürfte. Auf das Jahr gerechnet entspräche das einem Wert von etwa neun Kilogramm.

Tatsächlich aber konsumierten die Schweizer im Jahr 2014/2015 rund 52 Kilogramm Zucker pro Kopf. Zwar wird im Haushalt der sogenannte «Haushaltszucker» in relativ geringen Mengen verbraucht, doch finden wir grosse Mengen des süssen Rohstoffs in industriell verarbeiteten Produkten wie gesüssten Getränken oder Fertiggerichten. 

Nicht nur in Süssigkeiten

Entgegen der weitläufigen Meinung, ein Grossteil des von uns konsumierten Zuckers befinde sich in den Süssigkeiten, die wir essen, stecken zwei Drittel des durchschnittlichen Jahresverbrauchs in handelsüblichen Getränken, Backwaren, Brotaufstrichen und Milchprodukten. Die Gründe hierfür sind einfach: Zucker ist ein relativ günstiger Rohstoff, der sehr gut als Geschmacksträger fungiert und dem spezifische Eigenschaften inhärent sind, die sich positiv auf die Konsistenz und Haltbarkeit von Nahrungsmitteln auswirken.

Die Nachteile von Zucker sind hinlänglich bekannt. Er schwächt das Immunsystem, macht den Körper anfällig für Infektionskrankheiten, kann Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Zahnprobleme, Menstruationsbeschwerden, Pilzbefall, Magen- und Darmprobleme, unerklärliche Müdigkeit, Diabetes, Depressionen und vieles mehr begünstigen. Zu viel Zucker schwächt überdies auch das Herz und die Arterien.

Forscher der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) fanden heraus, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Höhe des Zuckerkonsums und tödlichen Herzerkrankungen besteht. Sie wiesen nach, dass der Zucker das Herz unmittelbar schädigt und Menschen, deren Ernährung zu mehr als 25 Prozent aus Zucker besteht, bis zu dreimal häufiger einen Herzinfarkt erleiden.

Alternativmöglichkeiten

Mittlerweile gibt es jedoch sehr gute Alternativmöglichkeiten zur Verwendung von Zucker: Kalorienarme Süssstoffe werden weltweit in immer mehr Lebensmitteln und Getränken verwendet. Hierbei findet nun auch ein Umdenken statt: Von den ursprünglich künstlich hergestellten Süssungsmitteln, hin zu Stevia, einer süss schmeckenden Pflanze aus Südamerika, die in vielen Ländern weltweit zu einem gesunden Süssungsmittel verarbeitet wird.

Die konzentrierte Süsse, die aus Stevia gewonnen wird, heisst Steviosid und ist etwa 300-mal süsser als gewöhnlicher Haushaltszucker. Bei konsequenter Anwendung zur Reduzierung der Kalorien in der täglichen Ernährung kann sie zu Gewichtsabnahme, Gewichtskontrolle und Mundgesundheit beitragen.

Mittlerweile steht Personen, die sich ausgewogen und kalorienarm ernähren möchten, ohne geschmackliche Kompromisse einzugehen, eine breite Vielfalt qualitativ hochwertiger und kalorienarmer Produkte zur Verfügung.

Alle marktgängigen kalorienarmen Süssstoffe wie Stevia, Saccharin, Cyclamate, Aspartame, Thaumatin und Acesulfam-K wurden von zahlreichen nationalen und internationalen Regulierungs­behörden wie der Europäischen Behörde für Lebensmittel­sicher­heit (EFSA) und dem Gemeinsamen FAO/WHO-Sach­ver­­stän­digen­ausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe der Ver­ein­ten Nationen (JECFA) bewertet und als für die Allgemeinbe­völ­kerung, einschliesslich Kindern, als sicher eingestuft. 

Die Verwendung kalorienarmer Süssstoffe, ob allein oder zusammen mit anderen Süssstoffen oder Zucker, ist also unbedenklich und kann zu einem bewussteren Lebensstil und guter Ernährung beitragen.