«Träume sind Schäume», besagt eine bekannte Redewendung und will heissen, dass Träume nicht den Charakter des realen Lebens haben. Wenn es jedoch um die nächtlichen Träume geht, so haben die oft skurrilen Fantasiegebilde und scheinbar absurden Theaterstücke, die Menschen in der Nacht durchleben, eine wichtige regulatorische Funktion für die Psyche.

Eine Nacht drüber schlafen

Christine Lenz ist Schlafcoach und Rednerin. Sie berät Menschen und Unternehmen rund um das Thema Schlafen. «Eine Nacht drüber schlafen» ist eine Volksweisheit, welche die Wissenschaft bestätigen kann, erklärt Lenz.

«Jeder Mensch träumt in der Nacht, jedoch lediglich 70 Prozent können sich an ihren Traum erinnern»

Menschen, die über Kriege und Verbrechen träumten, zeigten im Schlaflabor entsprechende Gehirnaktivitäten an. Mit genug Schlaf konnte die Dramatik der Bilder verringert werden.

Gesunder und guter Schlaf hilft zum Beispiel auch, ein Klavierstück besser zu spielen. Klappt es vor dem Schlafengehen nicht, so besteht die Chance, dass es am nächsten Tag besser gelingt.

Mit dramatischen Szenen arbeiten


Grundsätzlich ist es für unser Gehirn lehrreich, dramatische Szenen heraufzubeschwören, um dann angemessen im Wachzustand auf die entsprechende Situation zu reagieren.

Typisch für Albträume sind Bilder von verpassten Prüfungsterminen oder das totale Versagen an der Prüfung selbst. Christine Lenz empfiehlt, solche Träume nach dem Aufwachen festzuhalten – damit kann die Fähigkeit geschult werden, mit negativen Situationen besser umzugehen.

Traumerinnerungen

Jeder Mensch träumt in der Nacht, jedoch lediglich 70 Prozent können sich an ihren Traum erinnern. Sind Menschen anders, die sich an ihre Träume erinnern können? Neuste Erkenntnisse aus der Forschung zum luziden Träumen besagen, dass Menschen, die sich an ihre Träume erinnern kreativer sind.

Die neusten Forschungen gehen davon aus, dass das sogenannte «Klarträumen» erlernt werden kann. Ob wir uns an den Traum erinnern können, hängt davon ab, in welcher Schlafphase wir aufwachen.

Wenn wir in der ersten und leichten Schlafphase aufwachen, können wir uns eher an den Traum erinnern, nicht aber, wenn dies in der zweiten oder dritten Schlafphase geschieht.

In der sogenannten REM-Schlafphase, auch Tiefschlaf genannt, finden die meisten unserer Träume statt. Werden wir in dieser Phase gestört, fühlen wir uns nicht erholt. Das ist der Grund, weshalb ein «Power-Nap» über Mittag nicht mehr als 15 Minuten dauern sollte, erklärt Christine Lenz.