Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, müssen täglich viele Entscheidungen treffen. Es kann eine Herausforderung sein, das Blutzucker Messen und Insulin Spritzen ins tägliche Leben zu integrieren. Aber auch Tabletten sollten regelmässig oder im Zusammenhang mit einer Mahlzeit eingenommen werden.

Die Spritze überall dabei
Bei einer Therapie mit Insulininjektionen vor den Mahlzeiten bedeutet dies, das Messgerät und Insulin oder Medikamente bei einem Essen auswärts mit sich zu tragen. Während der Arbeitswoche mit häufig kurzer Mittagspause muss vor der Mahlzeit erst noch der Blutzucker gemessen und Insulin verabreicht werden, dann soll die dazu passende Menge Kohlenhydrate gegessen werden. Das alles gehört zum Alltag für Menschen mit Diabetes und setzt viel Wissen über die Erkrankung und deren Behandlung voraus. Erfahren Sie mehr über die Krankheit und ihre Aspekte in dieser Beilage.

Fragen über Fragen
«Wie mache ich das auf einer Party, bei einem Geschäftsessen oder wenn ich an einem Fest eine Wurst mit Brot essen möchte?»
« Wie kann ich die Insulinmenge oder Medikamenteneinnahme vor einer körperlichen Aktivität wie Wandern, Skifahren oder Gartenarbeit anpassen, um einer Unterzuckerung vorzubeugen?»
«Was muss ich beim Autofahren beachten?»
«Muss ich das Insulin im Sommer vor der Hitze schützen?»

Es sind viele Fragen, die bei Beginn einer Insulintherapie oder bei der Einnahme von Tabletten entstehen können.
Manchmal kann es besser sein, bei einem Restaurantbesuch das Insulin unmittelbar nach der Mahlzeit zu spritzen anstatt vorher. Denn falls das Essen verspätet serviert oder auf dem Teller weniger Kohlenhydrate sind als für die Insulinmenge berechnet worden sind, kann eine Unterzuckerung die Folge sein.

Für die Betroffenen heisst das, Unvorhergesehenes im Alltag zu erfassen und entsprechend zu handeln. Auch hier ist Wissen und ein guter Umgang mit der Krankheit Voraussetzung.
 

«Für die Betroffenen heisst das, Unvorhergesehenes im Alltag zu erfassen und entsprechend zu handeln.»

Insulininjektionen werden üblicherweise mit Insulinpens verabreicht, die wie ein Kugelschreiber mitgeführt werden können. Es ist möglich, damit diskret eine Injektion zu verabreichen. Ob dies jemand am Tisch sitzend machen will oder es vorzieht, dafür auf die Toilette zu gehen, ist individuell.

Insulintherapie
Einmal täglich Insulin zu spritzen ergibt Pro Jahr 365 Stiche – bei einer Insulintherapie mit 4 Injektionen täglich 1460 Einstiche. Bei dieser hohen Anzahl ist eine möglichst sanfte Injektionstechnik und das regelmässige Wechseln der Injektionsstellen wichtig nicht nur, um den Einstich so schmerzarm wie möglich zu halten, sondern auch, um die Haut zu schonen. Entstandene Hautveränderungen können zu veränderter Insulinresorption und dadurch bedingten Blutzuckerschwankungen führen.

Glücklicherweise sind die Nadeln für die Insulinpens in den letzten Jahren feiner und kürzer geworden. Verschiedene Anbieter ermöglichen es, die geeignetste Nadel für jede Insulin spritzende Person zu wählen.

Bei einer Insulintherapie und auch bei manchen Tabletten für die Behandlung des Diabetes können Hypoglykämien (Unterzuckerungen) auftreten. Das Mittragen von Traubenzucker oder anderen schnell wirkenden Kohlenhydraten ist bei diesen Therapien wichtig, um bei Unterzuckerungssymptomen sofort handeln zu können.

Unsicherheiten zum Management des Diabetes, etwa betreffend passende Ernährung, Medikamenten, Insulin, Blutzuckermessung und Angst vor Hypoglykämien sind vor allem bei der Diagnosestellung oder bei der Umstellung von Tabletten auf Insulin häufig.
Ausgebildete Diabetesfachberaterinnen und Diabetesfachberater helfen im Umgang mit der Erkrankung und informieren über Insulininjektion, Blutzuckerkontrolle, Unterzuckerungen und viele weitere Behandlungsgrundlagen und -strategien. Sie unterstützen Menschen mit Diabetes und ihre Angehörigen in Zusammenarbeit mit dem Arzt oder der Ärztin und der Ernährungsberatung, um die notwendige Therapie im Alltag umzusetzen.