Frau Hefti, Sie sind beruflich sehr beschäftigt und haben drei kleine Kinder im Alter von 4 Jahren, 2 Jahren und 3 Monaten. Warum haben Sie sich nach der Geburt des dritten Kindes keine längere Pause gegönnt?
Ich habe das Privileg, dass ich meinen Job sehr gut mit der Familie verbinden kann. Vereinzelte Termine, wie zum Beispiel als Werbegesicht für einen Kosmetikhersteller oder für die Miss-Schweiz-Wahlen, nehme ich gerne wahr. Das lässt mir noch genug Zeit für meine kleine Bande.

Man sieht Ihnen drei Schwangerschaften und Schlafdefizit nicht an. Haben Sie ein paar Tipps, wie Sie Ihren Körper während den Schwangerschaften fit gehalten haben und wie Sie so schnell nach der Geburt wieder in Form gekommen sind?
Ich ernähre mich gerne gesund, auch während der Schwangerschaft habe ich das beherzigt. Und ich nehme mir oft Zeit, für die Kinder zu kochen. Das mache ich ebenso gern wie das Essen in vollen Zügen zu geniessen und auch mal zu sündigen. Aber eben alles in Massen. Ausserdem bewege ich mich sehr gerne draussen in der Natur und bin mit den Kindern viel auf Achse!

Was gehört für Sie zu einem gesunden und glücklichen Leben?
Die Zufriedenheit und Gesundheit der Familie stehen für mich an erster Stelle. Ein glückliches Leben besteht für mich vor allem aus den kleinen, wertvollen Momenten, welche die Zeit mit Freunden oder die Erlebnisse mit meinen Kindern mir geben. Aber auch die berufliche Bestätigung ist für mich sehr wichtig. Alles in allem versuche ich immer, den Augenblick zu leben. Das gelingt mir nicht immer, aber ich arbeite daran.

Sie waren bei der jüngsten Miss-Schweiz-Wahl als Coach im Einsatz. Wie viel Miss Schweiz steckt noch in Ihnen?
Ich denke immer noch mit Freude an diese spezielle Zeit zurück. Dieses Jahr und auch die Erfahrungen danach waren eine grosse Bereicherung für mich und sie haben mich persönlich geprägt. Ich stehe nach wie vor im öffentlichen Leben, aber ich habe das Glück, mir aussuchen zu können, für welche Botschaft und zu welchem Zweck. Das schätze ich heute – neun Jahre später – sehr. Die Miss Schweiz ist nur ein Teil, neben vielen anderen, die meine Persönlichkeit ausmachen.

Hat Ihre Karriere als Miss Schweiz und Model auch Ihr Bewusstsein für Ihren Körper und Ihre Gesundheit geschärft?
Klar gehört es gerade in diesem Beruf dazu, auf seinen Körper zu achten; dies sollte aber nicht von der Berufswahl abhängig sein. Jeder Mensch sollte sorgsam mit sich selbst umgehen. Es ist aber auch nur menschlich, dass einem dies mal besser, mal weniger gut gelingt. Das kennen wir doch alle...

Für viele junge Frauen sind Sie ein Vorbild und ein Schönheitsideal. Ist das nicht auf die Dauer
sehr anstrengend, diesem Bild zu entsprechen?

Nein, ich denke nicht, dass wir das Bild des Perfekten verkörpern müssen. Viel wichtiger ist es, den Jungen ein gesundes Selbstwusstsein zu vermitteln. Dazu gehört auch, den Mut zu haben, anders zu sein und sich auch mal aus der Masse hervorzuheben. Nur so wird unsere Gesellschaft lebendig, spannend, bunt und vielfältig.

Heute sind Sie mit der Marke Fiona Hefti sehr erfolgreich. Was bedeutet Ihnen Ihre Arbeit?
Sehr viel, denn ich mache meinen Job unheimlich gerne. Ich bin sehr dankbar für die tollen Partnerschaften, die sich ergeben haben, ob im Werbebereich oder auch in der humanitären Hilfe. Ich engagiere mich für Pro Juventute, die Krebsliga und jetzt ganz neu auch für die Blutspende Schweiz.

Ob man nun prominent ist oder nicht: Kinder fordern Zeit, ­ Kraft und Nerven. Wie organisieren Sie Ihren Alltag, damit auch noch Freiräume für Sie persönlich bleiben?
Ich habe eine ganz tolle Familie und Freunde, die uns super unterstützen. Aus­serdem habe ich zuhause auch Hilfe, was natürlich sehr wertvoll ist. So kann ich mir glücklicherweise immer mal Zeit nehmen für ein Essen mit meinen Freundinnen oder einen besonderen Abend mit meinem Mann. Danach kann ich mich wieder voll auf die Mutterrolle einlassen und weiss auch die Verpflichtungen, die damit zusammenhängen, wieder zu schätzen.

Wo finden Sie einen Ausgleich zwischen Beruf und Familie, um auch psychisch gesund und ausgeglichen zu bleiben?
Ich mache Sport und gehe gerne ins Theater, ins Ballett und ins Kino. Für den Sport, zum Beispiel gehe ich gerne Joggen und Schwimmen, nehme ich mir regelmässig Zeit. Und ich sorge dafür, dass zum Abschalten immer mal wieder auch ein kultureller Anlass drin ist.