Patrick Hässig


Alter: 34
Ausbildung: KV-Abschluss
Arbeit: Nach Stationen wie SRF3 (Hitparade), Radio24 (Morgenshow) ist er heute Leiter Unterhaltung und Moderator der Morgenshow auf Radio Energy. Im Fernsehen moderiert er die Quizsendung «Weniger ist mehr» auf SRF1.

Patrick Hässig, von Montag bis Freitag wecken Sie ihre Hörer ab fünf Uhr. Immer munter, immer gut aufgelegt. Ist die gute Laune eine antrainierte Maske?
Oh nein! Wer eine Maske aufsetzt, hat schon verloren. Gute Moderatoren sind authentisch. Der Hörer merkts, wenn die Laune aufgesetzt ist.
 

 

Dann verraten Sie uns Morgenmuffeln Ihr Erfolgsgeheimnis?
Ich habe das Glück, dass mir die gute Laune in die Wiege gelegt wurde. Ich bin praktisch immer gut drauf. Das liegt wohl daran, dass ich meinen Job liebe und darum morgens gerne aufstehe. Ich kann doch gar nicht fünf Stunden hässig sein!
 

 

Ein Wundermittel gibts also nicht?
Nein. Aber meine erste Amtshandlung, noch bevor ich den Computer aufstarte, ist der Gang zur Kaffeemaschine. Wobei ich in keiner der vier Radioredaktionen, in denen ich schon gearbeitet habe, einen guten Kaffee hatte. (lacht)
 

 

Um sechs Uhr beginnt Ihre Sendung. Wann stehen Sie auf?
Morgens um halb drei klingelt bei mir der Wecker. Innerhalb einer Minute stehe ich bereits im Badezimmer. Bei mir geht am Morgen alles sehr fix: duschen, Zähne putzen, Haar stylen, anziehen und ab gehts. Um Viertel nach drei bin ich im Radiostudio.
 

 

Wann haben Sie Feierabend?
Um halb zwölf bin ich dann auf dem Heimweg. Oder im Sommer auf dem Weg in die Badi. Bei schlechtem Wetter gehe ich am Nachmittag schlafen. Ich lege mich meistens ein bis zwei Stunden aufs Ohr.
 

 

Sie machen den Tag zur Nacht.
Richtig. Mit allem Drum und Dran. Da werden die Zähne geputzt und die Läden runter gelassen. Dann krieche ich unter die Decke. Am Abend bin ich dann meistens zu Hause. Lange auf der Gasse zu sein, kann ich mir bei meinem Beruf nicht leisten.
 

 

Wie halten Sie Ihren Schlafrhythmus in Schwung?
Mein grosses Glück ist, dass ich praktisch immer und zu jeder Tageszeit gut schlafen kann. Grundsätzlich sind es knapp fünf Stunden in der Nacht und noch ein bis zwei Stunden am Nachmittag.
 

 

Neben Ihrem Job beim Radio moderieren Sie auch beim Schweizer Fernsehen. Wie kriegen Sie es hin, dass Sie da nicht verschlafen aussehen?
Es gibt Hunderte von Tricks und Tipps. Diese tollen Tricks wenden dann die Make-up-Artisten in der Maske beim SRF an. Das sind echte Profis. Im Privatleben hingegen muss ich selbst tricksen.
 

 

Wie denn?
Ich habe mal den Tipp erhalten, in den letzten ein, zwei Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr zu trinken. Auch kein Wasser mehr. Dann sehe man am nächsten Tag weniger aufgedunsen aus. Und das stimmt tatsächlich!
 

 

Haben Sie überhaupt ein soziales Privatleben?
Ja, aber das geht nur dank guter Organisation. Ich muss meine Freizeit bewusst gestalten.
 

 

Ist eine Partnerschaft so möglich?
Ja, ich lebe seit Jahren in einer glücklichen Beziehung. Das erfordert von der anderen Person viel Toleranz gegenüber meinem Tagesablauf. Und anderseits von mir ein Entgegenkommen. Ein Abend pro Woche und das Wochenende gehören ganz klar der Beziehung. Das ist mir heilig.
 

 

Haben Sie Ihre Morgensendung schon mal verpennt?
Jein. Einmal hechtete ich drei Minuten vor Sendestart ins Studio rein. Danach habe ich wohl zehn Prozent meiner Sendung vermasselt. Die Sendung verschlafen – das darf einfach nicht passieren. Zur Sicherheit habe ich mein Handy immer auf laut.
 

 

Was bedeutet der Schlaf für Ihre Gesundheit und Fitness?
Schlaf bedeutet mir sehr viel. Ich schlafe gerne. Ohne guten Schlaf klappts nämlich nicht. Vor allem in einem Beruf, in dem die Konzentration und die mentale Fitness wichtig sind. Auch körperliche Fitness gehört mit dazu. Obwohl ich da nicht immer so pflichtbewusst bin. Mindestens einmal in der Woche muss aber ein Besuch im Fitness-Studio möglich sein.
 

 

Hat sich Ihr Verhältnis zum Schlafen im Lauf der Jahre verändert?
Ja. Früher brauchte ich deutlich mehr Schlaf. Heute ist das anders. Der Körper hat sich daran gewöhnt. Aber für sieben Stunden Schlaf in der Nacht müsste ich ja spätestens gegen acht Uhr abends ins Bett. Das ist überhaupt nicht lustig, wenn der Nachbar noch ein Steak auf dem Grill brutzelt und es in der Nachbarschaft nach Party klingt.
 

 

Was tun Sie, um gesund zu schlafen – anders gefragt: Wie sieht Ihr Schlafzimmer aus, und haben Sie bevorzugte Einschlafrituale?
Ich wechsle sehr häufig meine Bettwäsche. Es gibt nichts Schöneres, als in ein frisches Bett zu steigen. Zudem schlafe ich seit zwanzig Jahren auf einem Hirsekissen. Meine Grossmutter hat mir ein solches Kissen zum Start meiner KV-Lehre geschenkt. Es sei gut für den Schlaf, meinte sie. Und sie hatte Recht! Bis heute habe ich ein solches Kissen und damit beste Erfahrungen gemacht.
 

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TIPPS VON PATRICK HASSIG
1
Ich schlafe immer bei offenem Fenster, und zwar zu jeder Jahreszeit. Diese Regel hat sich bewährt. Frische Luft ist für mich enorm wichtig. Es gibt nichts Unangenehmeres als stickige und abgestandene Luft im Schlafzimmer. Dann schläft man ganz sicher nicht gut und ist beim Aufwachen entsprechend müde und abgeschlagen.
2
Ich achte auch darauf, dass ich nicht mit vollem Magen ins Bett gehe. Das kennt doch eigentlich jeder. Mit vollem Bauch schläft sich’s einfach schlecht. Deshalb habe ich mir angewöhnt, dass ich am Abend nicht zu viel und zu schwer esse.
3
Bevor ich das Licht lösche, lese ich meist noch etwas Kleines. Das entspannt, beruhigt und hilft mir beim Einschlafen. Wichtig ist allerdings, dass man kein allzu spannendes Buch, etwa einen Krimi, oder ein interessantes und spannendes Heftchen als Einschlaflektüre wählt. Sonst hört man nämlich nicht mehr mit dem Lesen auf und dann kommt der Schlaf ganz sicher zu kurz.
4
Ich versuche zudem, mir regelmässig etwas Persönliches und Schönes für das Bett zu leisten, eine Extradecke zum Beispiel, oder eben mein bewährtes Hirsekissen, das ich nur empfehlen kann. Wichtig ist, dass man das Kissen alle ein bis zwei Jahre auswechselt.
5
Ganz wichtig ist für mich auch frische Bettwäsche. Es ist doch ein himmelweiter Unterschied, ob man in ein frisch gemachtes Bett steigt oder in ein bereits verschlafenes und zerknülltes «Nest» fällt.
5
Auch nackt zu schlafen kann etwas bringen. Oder dann ganz sicher, keine zu engen Schlafkleider anziehen. So hat man während des Schlafs genügend Bewegungsfreiheit bei jeder Drehung.


 

Christian Lanz
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