Heinz Spoerli

Zwischen 1996 und 2012 war er Ballettdirektor und Choreograf des Zürcher Balletts am Opernhaus Zürich.

Neben zahlreichen internationalen Auszeichnungen wurde Heinz Spoerli am 15. September 2012 vom internationalen Ballettfestival Miami mit dem «A Life for Dance Award» ausgezeichnet.

Herr Spoerli, Sie wirken gut gelaunt und sehen erholt aus. Wie fühlen Sie sich denn nach Ihrer langen Zeit als Ballettdirektor am Zürcher Opernhaus?
Ich fühle mich wunderbar. Ich hatte einen tollen Sommer an den Opernfestspielen in Salzburg. Dann war ich in Ibiza in den Ferien und nun widme ich mich den neuen Projekten.

Was hat sich seither in Ihrem Leben verändert?
Es hat sich viel verändert in meinem Leben. Ich bin freier in meiner Arbeitseinteilung und kann nun auch mal später ins Bett und dann ausschlafen. Gerade bin ich in Mühlhausen und Essen an neuen Projekten tätig. Am Wochenende fliege ich nach Miami und nehme den gewonnenen Preis «A Life for Dance Award» entgegen. Die Preisübergabe findet im Rahmen der Etoiles Grand Gala Performance im «Fillmore Miami Beach Jackie Gleason Theater» statt. Danach bereite ich mich auf ein Projekt vor, das ich in einem Jahr in Helsinki haben werde.

Sie sind nach wie vor ein vielbeschäftigter Mann. An welchen Projekten arbeiten Sie zurzeit und wo holen Sie dafür die nötige Energie her?
Ich habe Spass an meinem Beruf und an der Internationalität. Wichtig ist mir auch meine Homebase in Zürich. Es ist zudem wunderbar, mit jungen Leuten zu arbeiten. Das alles hält mich fit.

Wie wichtig ist Ihnen ein gesunder Schlaf und was tun Sie dafür?
Der gesunde Schlaf ist mir sehr wichtig. Ich brauche zwischen sieben und neun Stunden Schlaf. Es ist für mich auch wesentlich, dass ich durchschlafen kann, um fit in den Tag zu starten.

Neben der Arbeit gehört auch die Entspannung zum Leben. Kann sich ein Heinz Spoerli überhaupt entspannen bei so vielen Aufgaben?
Entspannung ist für mich, wenn ich abschalten kann und mal nicht mit Leuten aus derselben Szene Zeit verbringe. Mit Freunden zusammensein bringt Erholung. Auch die Sicht aus meiner Wohnung zu geniessen, schätze ich sehr. Musik ist mir sehr wichtig, es ist wie eine Droge.

Wie darf ich mir Ihr Schlafzimmer vorstellen und worauf legen Sie besonderen Wert?
Zentral ist eine gute Matratze - für mich ist eher eine harte Matratze ideal. Wichtig ist für mich auch ein Fernseher, damit ich abschalten kann. Der Raum darf ausserdem nicht zu gross, sondern muss gemütlich und komfortabel sein. Zu grelle Farben schätze ich nicht (das habe ich schon im Theater), ich bevorzuge beruhigende Brauntöne. Wichtig ist auch, dass das Bad in der Nähe ist.

Hatten Sie schon einmal Schlafprobleme?
Ich habe seit Längerem Schlafprobleme. Mein Beruf hört nicht auf, wenn ich nach Hause gehe. Den Druck, immer wieder neue Sachen erfinden zu müssen, beschäftigte mich natürlich auch. Wenn ich nicht einschlafen konnte, dann griff ich zur Schlaftablette, weil ich sonst nicht in der Lage gewesen wäre, den langen Arbeitstag zu meistern. Es war mir lieber, mit einem Schlafmittel meine sieben Stunden schlafen zu können statt nach drei Stunden Schlaf meiner Arbeit nur schlecht nachgehen zu können. Manchmal nahm ich auch einen Beruhigungstee, um einschlafen zu können. Ich griff in der Regel nur auf die verschriebenen Schlafmittel, wenn ich merkte, dass der Tee nicht gewirkt hat.

Schnarchen Sie?
Nein, ich schnarche nicht.

Der Tanz war und ist Ihr Leben. Worauf haben Sie besonders geachtet, um als Tänzer und Choreograf immer die volle Leistung erbringen zu können?
Das Essen und genügend Schlaf waren klar das Wichtigste. Wenn ich auf Reisen war, fiel es mir nicht immer leicht, mich ausgewogen zu ernähren. Wenn ich aber über längere Zeit Mühe hatte, stieg ich einfach auf makrobiotische Ernährung um.

Wie schätzen Sie den Einsatz von Energy Drinks der heutigen Jugend ein?
Die Gefahren sind, dass sich die Zeiten verschieben. Die jüngere Generation fängt erst gegen Mitternacht an in die Tanzlokale zu gehen und peppt sich dabei mit Energy Drinks auf. Das finde ich unmöglich, denn man hört nicht mehr auf den eigenen Körper. Das Balancegefühl kommt dabei abhanden. Wenn man spät ins Bett geht, muss man halt den Schlaf nachholen und sich nicht künstlich aufpushen.

Wie ist es mit Vitamintabletten?
Ich nehme jeden Tag meine Vitamintablette. Ich esse jedoch sehr vielseitig und auch viel Früchte. Frisches Gemüse habe ich ebenfalls sehr gerne. Wichtig ist nach langen Flügen, sich einen Tag Erholung zu gönnen.

Was ist Ihr Geheimnis, dass Sie mit über 70 Jahren nach wie vor so fit und vital sind?
Ich lebe gesund, rauche nicht und geniesse hin und wieder ein Gläschen Rotwein. Ich habe zum Glück auch eine gesunde Konstitution. Auf der anderen Seite habe ich Spass am Beruf und führe ein ausgewogenes Leben. Und ich habe eine wunderbare Wohnung zum Ausruhen, wo ich mich wohlfühle und Energie tanken kann.