Gegenwärtig hat rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung Erfahrungen mit Schlafproblemen. Jeder zehnte Schweizer leidet sogar an einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung, wie Schwierigkeiten beim Einschlafen, häufig unterbrochenem Schlaf oder verminderter Leistungsfähigkeit im Beruf.
Im jungen Alter sind Männer und Frauen gleichermassen von Schlafstörungen betroffen; insgesamt jedoch leiden Frauen häufiger darunter. Die Schlafprobleme stehen häufig im Zusammenhang mit der Menstruation, Schwanger- und frühen Mutterschaft oder mit der Menopause.

Schlafstörungen während der Menstruation
Menstruationsbedingte Schlafstörungen gehen mit anderen prämenstruellen Anzeichen wie etwa Bauchkrämpfen oder Gefühlsschwankungen einher und führen oftmals zu unruhigem Schlaf oder Tagesmüdigkeit. Generell treten die Symptome zu Beginn des monatlichen Zyklus auf, nehmen danach jedoch schnell wieder ab. Oft helfen genügend Schlaf, gesunde Ernährung und das Vermeiden von Stresssituationen.

Schlafstörungen während der Schwangerschaft und frühen Mutterschaft
Bei vielen Frauen nimmt das Schlafbedürfnis zu Beginn der Schwangerschaft zu. Nicht selten leiden sie an Tagesmüdigkeit und schlafen nachts länger als üblich, was auf den Anstieg des Hormons Progesteron zurückzuführen ist. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft nehmen die Tiefschlafphasen ab und das Schlafen in bestimmten Positionen wird beschwerlicher. Auch durch körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen, erhöhten Harndrang, Sodbrennen, Wadenkrämpfen oder Bewegungen des Kindes kann der Schlafrhythmus beeinträchtigt werden. Abhilfe schaffen können Übungen zur Muskelentspannung, die schlaffördernd wirken.
Auch nach der Geburt des Kindes entsteht Stress, da es in der Nacht gestillt werden muss und sich die Phase der Erholung somit verringert. Ausreichender Schlaf und die Vermeidung von Stress sind daher eine wichtige Voraussetzung, um die neuen Aufgaben erfolgreich zu bewältigen.

Schlafstörungen in den Wechseljahren
Mit zunehmendem Alter entwickeln Frauen eine höhere Anfälligkeit für Schlafstörungen, die sich mit Beginn der Wechseljahre deutlich intensiviert. Die Bildung und Veränderung von Geschlechtshormonen wirken sich direkt auf den Schlaf aus. Mittlerweile ist etwa jede dritte Frau über 65 von Schlafproblemen betroffen. Neben hormonellen Umstellungen, Hitzewallungen und Atmungsbeschwerden können aber auch emotionale Faktoren wie psychischer und sozialer Stress, Kontaktarmut und Angstgefühle Ursachen für die Schlafstörungen sein. Daraus resultieren Reizbarkeit, Tagesmüdigkeit oder auch Depressionen. Um dem vorzubeugen, sollte die Temperatur im Schlafzimmer reguliert und auf Bettwäsche aus dünnem Baumwollstoff zurückgegriffen werden. Bestenfalls verzichtet man auf Zucker, koffeinhaltige Getränke und Alkohol und nimmt Nahrungsmittel mit viel Vitamin E zu sich.
Unabhängig von der Lebensphase, in der man sich befindet, sollte man unruhige Nächte nicht zwangsläufig als krankhafte Schlafstörungen, sondern als normale Begleiterscheinungen des weiblichen Körpers betrachten und gelassen damit umgehen. Wer sich das bewusst macht, ist in der Lage, die wachen Stunden besser zu nutzen, um vielleicht mal ein gutes Buch zu lesen oder etwas Musik zu hören.

 

Facts

Meist ist das Schnarchen eine harmlose Angelegenheit. Temporäre Atempausen jedoch werden als Schlafapnoe bezeichnet: Sie schränken die Qualität der Nachtruhe deutlich ein.

Ein Mensch mit Schlafapnoe-Syndrom erleidet pro Nacht bis zu 600 Atempausen. Unterschieden wird zwischen dem obstruktiven und dem zentralen Schlafapnoe-Syndrom. Unter der obstruktiven Variante versteht man, dass die Betroffenen im Rachenbereich eine schwache Atemwegsmuskulatur haben, die sich im Liegen verengt und einen Sauerstoffmangel verursacht. Deutlich seltener sind Menschen vom zentralen Schlafapnoe-Syndrom betroffen. Verursacht wird es durch eine Beeinträchtigung des Atemzentrums im Gehirn. Aufgrund des vom Schlafapnoe-Syndrom bedingten Sauerstoffmangels und nächtlichen Erwachens können Tagesmüdigkeit oder verminderte physische und psychische Leistungsfähigkeit auftreten.